Vorlage
Vernehmlassung 2013/113: Botschaft zur Förderung der Kultur in den Jahren 2016-2019 (Kulturbotschaft) · 127 Seiten
Fedlex · Vorlage · Seite 85Fedlex · Vorlage
litische Umfeld stark verändert wie beispielsweise in Ägypten seit 2011. Die Aufgaben und Zielsetzungen müssen regelmässig überprüft und dem lokalen Kontext angepasst werden. Die Ressourcen der Aussenstellen reichen aufgrund der Grösse und Komplexität der abzudeckenden Regionen nicht aus.
Ziele und Massnahmen
Pro Helvetia wird den genannten Herausforderungen mit folgenden neuen Fördermassnahmen begegnen:
– Entwicklung eines neuen Exportmodells für europäische Metropolen: Zur Verstärkung der Verbreitung von Schweizer Kunstschaffenden im Ausland sollen in ausgewählten europäischen Metropolen, wo die Konkurrenz besonders gross und die Präsenz besonders wichtig ist, Promotionsbüros eingerichtet werden. Die Büros bieten die Möglichkeit, die betreffenden Werke oder Kunstschaffenden mit den lokalen Veranstaltungsorten (Theater, Museen, Konzerthallen usw.) in Verbindung zu bringen. Es handelt sich dabei um leichte, flexible Strukturen ohne eigene Veranstaltungsräume. Für die Periode 2016–2019 sind London und Berlin vorgesehen.
– Erschliessung neuer Regionen und Märkte für Kulturschaffende: Pro Helvetia lanciert 2016 ein Austauschprogramm in Lateinamerika mit Schwerpunkt Brasilien, dies auch im Hinblick auf die Sondierung für ein künftiges Verbindungsbüro in dieser Region. Desweiteren führt die Stiftung in der Periode 2016–2019 den Austausch mit Russland weiter, um die in den Vorjahren geschaffenen Kontakte zwischen den Kulturschaffenden der beiden Länder nachhaltig zu gewährleisten. Dabei soll auch das Residenzprogramm der Stiftung auf Städte in Russland und Lateinamerika ausgeweitet und auf mögliche Synergien mit jenen von Städten und Kantonen überprüft werden. Zudem werden die Verbindungsbüros in Shanghai, Johannesburg und New Delhi ihren Aktionsradius in den jeweiligen Regionen erweitern. Die nachhaltige Vernetzung mit einer grösseren Anzahl an Partnern und Städten ermöglicht eine Verstärkung des Austauschs und der Präsenz von schweizerischen Kunstprojekten in den jeweiligen Regionen. Das Büro in Kairo wird seinerseits seine Aktivitäten anpassen und Massnahmen entwickeln, welchen den aktuellen kulturellen und politischen Veränderungen Rechnung tragen.
– Regelmässige Präsenz auf den wichtigsten Plattformen und Veranstaltungen: Um gezielt auf die zunehmenden Promotionsbedürfnisse der Kunstschaffenden einzugehen, will Pro Helvetia die systematische Vertretung von Schweizer Werken und Kunstschaffenden an zentralen internationalen Plattformen (z. B. das Festival von Avignon oder Kulturmessen wie die Association of Performing Arts Presenters New York) sicherstellen. Dazu gehören auch die nötigen Promotionsmassnahmen wie Einladungen von Kuratorinnen und Kuratoren sowie Veranstaltern oder die Entwicklung veranstaltungs- und spartenspezifischer Kommunikationsinstrumente.
Darüber hinaus wird die Stiftung ihre bestehenden Instrumente zur Verbreitung von Schweizer Kultur im Ausland wie folgt optimieren:
– Intensivierung der Partnerschaften mit den Nachbarländern und weiteren europäischen Ländern: Pro Helvetia verstärkt den Aufbau nachhaltiger Kooperationen zwischen schweizerischen und europäischen Kulturschaffenden und Organisationen.
– Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit: Die sehr hohen Lebens- und Produktionskosten in der Schweiz führen zu einem beträchtlichen Wettbewerbsnachteil für Schweizer Kulturschaffende auf dem internationalen Markt. Damit diese im Vergleich zu anderen europäischen Produktionen konkurrenzfähig bleiben (vgl. 2.1), bedarf es einer