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Vernehmlassung 2013/113: Botschaft zur Förderung der Kultur in den Jahren 2016-2019 (Kulturbotschaft) · 127 Seiten

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Herausforderungen

Die Kulturmärkte sind äusserst dynamisch und bedingen eine fortlaufende Anpassung der Instrumente zur Promotion und Verbreitung von Schweizer Kultur im Ausland. Die zentralen Herausforderungen sind dabei:

– Entwicklung der Kulturmärkte: Wirtschaftliche und geopolitische Entwicklungen

führen auch in der Kultur zu neuen Wachstumsmärkten. So profilieren sich neuerdings Städte und Länder (wie beispielsweise Brasilien) in der internationalen Kulturlandschaft mit einem grossen Potential für den Austausch und die Verbreitung von Schweizer Kultur. Für die Schweiz sind viele dieser Netzwerke noch nicht erschlossen. Die Forderungen nach Unterstützung von Projekten in diesen «neuen» Regionen nehmen sowohl seitens der Schweizer Kunstschaffenden als auch der ausländischen Veranstalter zu. Das Verbreitungspotential für Schweizer Kultur ist gross, aber zurzeit nicht genügend ausgeschöpft, um eine langfristige Präsenz zu garantieren und dauerhafte Netzwerke zu schaffen.

Die internationale Verbreitung läuft heute zunehmend über die Präsentation von Werken an wichtigen Plattformen (Festivals, Biennalen usw.) und Fachmessen. Diese bieten den Kunstschaffenden eine grössere Sichtbarkeit und führen als Multiplikatoren zu weiteren Einladungen (Gastspiele, Lesungen, Konzerte usw.). Die Schweiz nimmt zwar an gewissen Anlässen wie der Biennale von Venedig oder an Buchmessen teil, ist aber bei etlichen anderen wichtigen Veranstaltungen nicht präsent (z. B. Design Week Hong Kong, Biennale von São Paolo). Hier bedarf es einer umfassenden Strategie, welche auch auf die spartenspezifischen Unterschiede eingeht.

– Wachsende internationale Konkurrenz: Die Präsenz in den wichtigsten europäischen

Metropolen (z. B. Berlin, London oder Paris) ist für das Ansehen der Schweizer Kunstschaffenden im Ausland zentral. Hier befinden sich kulturelle Institutionen von internationaler Bedeutung, die den Kunstschaffenden durch ihren hervorragenden Ruf neue Netzwerke erschliessen. Die Präsenz in diesen kulturellen Zentren ist allerdings aufgrund der harten Konkurrenz nur schwer zu gewährleisten. Das Centre Culturel Suisse in Paris hat sich als Förderer und Multiplikator von Kunstschaffenden bewährt; die Ausstellungen in Zusammenarbeit mit dem Centre Pompidou sind hierfür das herausragendste Beispiel. Aufgrund der fehlenden Mittel war die Schweiz aber nicht in der Lage, ihre Exportmodelle in den anderen kulturellen Hauptstädten Europas weiterzuentwickeln.

Hinsichtlich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hat sich die Situation der Schweizer Kulturschaffenden im internationalen Kontext grundlegend verändert. Trotz qualitativ hochstehender Werke und einem wachsenden Interesse ausländischer Kuratorinnen und Kuratoren sowie Veranstalter sind Projekte aus der Schweiz zu oft nicht finanziell konkurrenzfähig. Wie in den meisten Wirtschaftssektoren sind auch in der Kultur die Kosten von Produktion, Betrieb und Verbreitung in der Schweiz im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sehr hoch. Diese Situation hat sich durch die Eurokrise und durch massive Kürzungen der Kulturbudgets in mehreren Staaten noch zusätzlich verschärft. Viele ausländische Veranstalter sind nicht mehr in der Lage, die Kosten für Projekte aus der Schweiz zu tragen. Dies beeinträchtigt nicht nur die Laufbahnentwicklung der betroffenen Kunstschaffenden, sondern auch die Vielfalt der Schweizer Präsenz im Ausland.

– Grosse Wirkungsregionen der Aussenstellen: Die Verbindungsbüros von Pro Helve-

tia decken sehr weite geografische Gebiete ab (z. B. südliches Afrika, arabische Länder), zu denen auch etliche Länder gehören, in denen sich das kulturelle und po-