Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2013/17: Totalrevision des Gütertransportgesetzes; Gesamtkonzeption zur Förderung des Schienengüterverkehrs in der Fläche · 108 Seiten
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sche Massen- und Volumengüter zunehmend nicht mehr im Vordergrund. In den logistischen Abläufen verlangt die verladende Wirtschaft kürzere Transportzeiten, die Sendungsgrössen werden kleiner und die Lagerhaltung wird zentralisiert. Dies führt in der Summe zu einer geringeren Attraktivität des heutigen Angebots im EWLV, da dieser seine Stärken insbesondere bei volumen- und gewichtsträchtigen Gütern nicht mehr im bisherigen Ausmass nutzen kann.
Aufgrund des beobachteten Nachfragerückgangs nehmen die Erlöse im EWLV ab. Mit dem Rückgang des EWLV in anderen Ländern wird auch das EWLV-System in der Schweiz geschwächt. Die Finanzierung der notwendigen Investitionen für eine Weiterführung des EWLV ist damit langfristig nicht gesichert. Zudem ist das EWLV-System fixkostenlastig. Die Auslastungsrisiken sind daher hoch. Für die zukünftige Ausgestaltung der Angebote im EWLV müssen Auslastungs- und Bündelungsmöglichkeiten geprüft werden. Auch ist zu prüfen, ob und wie die Zusammenarbeit Strasse - Schiene verbessert werden kann.
Innovations- und Koordinationspotentiale
Von verschiedenen Seiten wird unterstellt, dass insbesondere das System EWLV noch Potenziale zur Effizienzsteigerung hat. Diese zu nutzen, ist eine wesentliche Herausforderung für die Betreiber des EWLV. Hierbei stehen nicht technische Neuerungen im Vordergrund, sondern die Weiterentwicklung der unternehmerischen Organisation des EWLV und die Verfügbarkeit der für den EWLV erforderlichen Schieneninfrastrukturkapazitäten und betriebsnotwendigen Anlagen.
Grundlegende technische Neuerungen im System EWLV sind für die kommenden Jahre nicht zu erwarten. Technische Innovationen, die einen hohen Nutzen für den EWLV versprechen (z.B. Einsatz der automatischen Mittelpufferkupplung oder von Intrazugs-Kommunikationstechnologien), sind mit einem sehr hohen Investitionsbedarf verbunden und müssen zwischen den verschiedenen in- und ausländischen Akteuren koordiniert werden. Insbesondere der hohe Investitionsbedarf lässt vermuten, dass die Mittel für solche Umrüstungen in absehbarer Zeit nicht aufgebracht werden können.
Daneben können organisatorische Neuausrichtungen mehr Effizienz bringen. Dies gilt im Besonderen für die Ausgliederung bestimmter Stufen der Wertschöpfungskette oder die verstärkte Öffnung dieser Bereiche für Dritte. Beispielsweise könnten Drittanbieter ihre Leistungen innerhalb des Systems verstärkt anbieten (z.B. in der Nahbereichsbedienung) und so innovative Impulse im System setzen.
Darüber hinaus erscheint eine verstärkte und transparente Koordination zwischen dem EWLV-Angebot und der Bereitstellung der erforderlichen Trassen- und Güterverkehrsinfrastruktur durch die Infrastrukturbetreiberin zwingend erforderlich. Sind die für den EWLV nötigen Anlagen - Rangierbahnhöfe, Gleise in Bahnhöfen, Formierungsgleise, Freiverlade - nicht in genügender Zahl vorhanden oder zu klein dimensioniert, kann der EWLV nicht entsprechend der Nachfrage und nicht in der erforderlichen Qualität produzieren. Zugleich bestehen enge Beziehungen zwischen den verschiedenen Anlagen: Wie viele Rangier- und Formierungsanlagen in einem Teambahnhof benötigt werden, hängt von der Zahl der Freiverlade und Anschlussgleise und den dort generierten Mengen ab. Die Dimensionierung der Rangierbahnhöfe hängt davon ab, wie viele regionale Güterzüge verarbeitet und neu gebündelt werden müssen. Die Dimensionierung hängt wiederum von der totalen Zahl der