Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2013/17: Totalrevision des Gütertransportgesetzes; Gesamtkonzeption zur Förderung des Schienengüterverkehrs in der Fläche · 108 Seiten

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Paketdienste oder andere zeitsensitive Güter. Zugleich können Verlader KV-Angebote nutzen, die keinen Gleisanschluss besitzen. In vielen Fällen wird das Angebot als "door-to-door"-Leistung erbracht, indem der gesamte Transport vom Bestimmungs- zum Zielort mit verschiedenen Verkehrsmitteln durch den Anbieter (Spedition oder KV-Operateur) organisiert wird, also mit dem KV-Zug im Hauptlauf und in der Regel dem Lastwagen im Vor- und Nachlauf .

Für die kommenden Jahre wird mit einer weiter steigenden Nachfrage nach KV-Produkten im Binnenverkehr und nicht-maritimen Import-/Exportverkehren gerechnet. Für die veränderten Anforderungen der Lager- und Transportlogistik (z.B. Zentralisierung von Lagerhaltung und Kommissionierung an wenigen Logistik- und Distributionszentren) sind die Transportangebote des kombinierten Verkehrs besonders interessant, da sie dem Trend zu kleineren Sendungsgrössen und Sammelgütern oftmals entsprechen.

Für diese Verkehre müssen Umschlagsanlagen in der Schweiz zur Verfügung stehen. Entsprechende Kapazitäten müssen aufgrund des zu erwartenden geringeren Transportvolumens und der fehlenden Verknüpfung mit dem EWLV-System dezentral geschaffen werden können. Dennoch ist eine gute Infrastrukturanbindung für eine effiziente Verkehrsabwicklung notwendig. Für die Ansprüche im Binnen-KV genügt in einzelnen Fällen die Ausstattung eines Freiverlads mit einem mobilen Umschlagsgerät (z.B. so genannter "Reachstacker").

Import-/Exportverkehr ab und zu den Seehäfen

Heute bestehen mehrere Relationen des kombinierten Verkehrs von den Nordseehäfen (Antwerpen, Rotterdam, Hamburg, Bremerhaven) in die Schweiz. Von Mittelmeerhäfen bestehen derzeit keine Verbindungen. Der Schienenhauptlauf zwischen Hochseeterminal und der Schweiz erfolgt auf der Schiene, der Nachlauf erfolgt auf der Strasse. Für eine Vielzahl dieser Import-/Exportverkehre ab den Seehäfen besteht parallel die Möglichkeit, als Hauptlauf bis Basel die Rheinschifffahrt zu nutzen.

Jährlich werden rund 100'000 Sendungen im KV mit Hauptlauf Schiene zwischen den Nordseehäfen und der Schweiz transportiert. In der Regel werden Hochseecontainer mit Waren (Konsumgüter, halbfertige Erzeugnisse) aus/nach Übersee befördert. Die Transporte erfolgen bis zu den bestehenden kleinen bis mittelgrossen KV-Terminals in der Schweiz, von dort werden Sendungen teilweise in das System EWLV (sog. Swiss Split) für den Weitertransport bis zum Anschlussgleis eingespiesen. Aufgrund der Kapazitätsrestriktionen an den einzelnen Terminals werden zu/ab den einzelnen Terminals in der Regel nur einzelne Zugspaare pro Tag geführt.

Mit der Rheinschifffahrt werden ab/bis Basel jährlich ca. 60'000 Sendungen transportiert. Der Weitertransport erfolgt zu Teilen auf der Schiene (v.a. im System EWLV) und zu Teilen auf der Strasse.

Für die kommenden Jahre ist mit einer steigenden Nachfrage nach KV-Produkten im maritimen Import-/Exportverkehr zu rechnen.

Die Terminallandschaft in der Schweiz heute

Seit den 1980er Jahren entwickelt sich die Terminallandschaft in der Schweiz entsprechend der von Verladern, Spediteure und KV-Operateuren individuell ergriffenen Initiative. Der Bund hat im Rahmen der Planung der Terminallandschaft bisher nur ansatzweise eine koordinierende Funktion wahrgenommen und die Initiative