Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2013/17: Totalrevision des Gütertransportgesetzes; Gesamtkonzeption zur Förderung des Schienengüterverkehrs in der Fläche · 108 Seiten
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Abbildung 13: Anschlussgleisdichte Schweiz27
Die “Systemführerschaft” im EWLV
Im Gegensatz zum Ganzzugsverkehr, wo sich die Rolle des Eisenbahnverkehrsunternehmens auf das Führen eines Zuges vom Bestimmungs- zum Zielort beschränkt, ist im Einzelwagenverkehr die Angebotserstellung weitaus komplexer. Daher stellt sich zentral die Frage der Koordination des Angebots. Das Betreiben eines Systems Einzelwagenladungsverkehr bedingt die Definition zahlreicher Standards, welche über Prozesse und Systeme umgesetzt werden müssen. Die gesamte Auslastungsverantwortung des Netzwerkes liegt in der Regel beim Eisenbahnverkehrsunternehmen. Zum Angebot gehört auch das Management des Bahnwagens, den der Kunde für seinen Transport bestellen kann. Zur Handhabung der angebotenen Bedienpunkte ist eine umfassende Flächenorganisation notwendig. Können Gebiete nicht selber produziert werden, so ist zu koordinieren, wie die dazu notwendigen Leistungen eingekauft werden können. Die Nahbedienung an Anschlussgleise und Freiverlade wird verbunden mit regelmässig verkehrenden Ferngüterzügen, welche zu bzw. über die Rangierbahnhöfe der Infrastruktur geführt werden.
Mit der Bahnreform und der damit verbundenen neuen Rollenverteilung im Schienengüterverkehr hat sich auf der Basis des hohen Koordinationsbedarfs die Frage der Systemführerschaft im EWLV gestellt. Diese Rolle erfüllen üblicherweise die nationalen Staatsbahnen.
Bisher wurde SBB Cargo die Verantwortung über das EWLV-System im Rahmen der Leistungsvereinbarung Bund-SBB (LV)28 übertragen, indem ihr die Systemfüh-
27 Quelle: Stölzle, W., Hofmann, E., Lampe, K. (2012): Logistikmarktstudie Schweiz 2012, GS1 Schweiz, Bern, S. 82