Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2013/27: Reform der Altersvorsorge 2020 · 212 Seiten
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zwischen Leistungsversprechen und Finanzierung. Es besteht also sowohl in der ersten wie auch in der zweiten Säule Handlungs- und – zusätzlicher – Finanzierungsbedarf.
Damit die Altersvorsorge in der Schweiz weiterhin ihre selbstgesteckten Ziele erreichen kann, sind die demografischen und wirtschaftlichen Entwicklungen unter Berücksichtigung der eher instabilen Finanzmärkte durch geeignete Massnahmen aufzufangen. Reformprojekte, die möglichst wenig in die Lebensplanung der Versicherten eingreifen wollen, weisen lange Vorlaufzeiten auf, ermöglichen aber auch entsprechende Übergangsregelungen. Sollen nicht nur die Leistungen der Rentenbeziehenden, sondern auch die künftigen Ansprüche der Beitragszahlenden nachhaltig finanziert werden, so ist eine gleichzeitige und transparente Reform der ersten und zweiten Säule unabdingbar.
1.6 Demografische und wirtschaftliche Entwicklung
• Die Lebenserwartung steigt.
• Das Verhältnis zwischen Aktiven und Pensionierten verändert sich.
• Die Anlagemöglichkeiten auf dem Kapitalmarkt sind schlechter geworden.
• Die Zinsen dürften weiterhin tief bleiben.
1.6.1 Demografische Entwicklung
Wie überall auf der Welt geht die demografische Entwicklung auch in der Schweiz in Richtung alternder Bevölkerung. Durch die Alterung verändert sich die Alterspyramide: Der Anteil älterer Menschen im Verhältnis zur jüngeren Bevölkerung nimmt zu. Die damit verbundene Veränderung der Bevölkerungsstruktur macht sich auf drei Ebenen bemerkbar: durch eine höhere Lebenserwartung, tiefere Geburtenraten sowie durch die Veränderung der Bestände und der Altersstrukturen. Die Kombination dieser drei Faktoren wirkt sich bereits seit mehreren Jahren auf die AHV und die 2. Säule aus. Bislang waren die Folgen allerdings kaum spürbar, da sie durch andere zeitlich befristete demografische, institutionelle und wirtschaftliche Parameter aufgefangen wurden. Sie werden das finanzielle Gleichgewicht der Altersvorsorge in den nächsten Jahren aber immer stärker gefährden. Da die Bevölkerungsalterung in den nächsten vierzig Jahren nicht aufgehalten werden kann, werden die Auswirkungen mit zunehmender Alterung nach und nach stärker ins Gewicht fallen.
1.6.1.1 Steigende Lebenserwartung
1960 hatten die Frauen eine Lebenserwartung bei der Geburt von 74,1 Jahren, die Männer von 68,7 Jahren. Fünfzig Jahre später hat sich dieser Wert für Frauen auf 84,64 Jahre und für Männer auf 80,2 Jahre erhöht, was einem Anstieg von über zehn Jahren für beide Geschlechter entspricht. Die höhere Lebenserwartung ist zwar teilweise auf den Rückgang der Sterblichkeit bei der Geburt zurückzuführen, Hauptgrund für diese Zunahme ist aber die in den letzten Jahrzehnten stetig gesunkene