Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2013/27: Reform der Altersvorsorge 2020 · 212 Seiten

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Sterblichkeit älterer Personen. Die Lebenserwartung mit 65 Jahren der Frauen ist innerhalb der letzten fünfzig Jahre von 15,2 auf 22,2 Jahre gestiegen, die der Männer von 12,9 auf 18,9 Jahre. Der konstante Anstieg der Lebenserwartung wirkt sich direkt auf die AHV und die berufliche Vorsorge aus. Die Renten müssen länger ausbezahlt werden, was das finanzielle Gleichgewicht beider Sozialversicherungen allmählich gefährdet.

1.6.1.2 Tiefere Geburtenraten

Die durchschnittliche Kinderzahl je Frau betrug Mitte der 1960er-Jahre noch 2,6. Danach sank sie bis Ende der 1970-er Jahre auf 1,5 Kinder je Frau und pendelt seit dann um diesen Wert. Damit liegt die Geburtenrate unter der für die demografische Erneuerung erforderlichen Quote. Dies wirkt sich aber noch nicht direkt auf die Altersvorsorge aus, da die geringere Anzahl Berufseinsteiger bislang durch die relativ konstante Zuwanderung ausgeglichen wurde. Personen mit Migrationshintergrund integrieren sich rasch in den Arbeitsmarkt und beteiligen sich somit sofort an der Umlagefinanzierung.

1.6.1.3 Veränderte Altersstruktur der Bevölkerung

In den letzten fünfzig Jahren ist die Bevölkerung der Schweiz so stark gewachsen wie noch nie. Neben den zahlreichen Geburten der Babyboom-Generation zwischen 1942 und 1973 hat auch die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte zu einem Bevölkerungsanstieg geführt. Die Schweizer Wohnbevölkerung ist innerhalb von fünfzig Jahren um 30 Prozent gewachsen und hat 2012 die Grenze von 8 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern überschritten. Zwei Drittel des konstant starken Bevölkerungsanstiegs in der Schweiz sind eine Folge der Zuwanderung, ein Drittel ist auf den Geburtenüberschuss zurückzuführen.

Der Migrationssaldo und der Ausländerbestand beeinflussen nicht nur das demografische Wachstum, sondern auch die Altersstruktur der Bevölkerung. Diese hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Während Personen ab 65 Jahren 1970 noch 11,5 Prozent der Bevölkerung ausmachten, hat sich ihr Anteil im Jahr 2012 auf 17,4 Prozent erhöht. Demgegenüber ist der Anteil der unter 20-Jährigen von 1970 bis 2012 von 31,0 Prozent auf 20,4 Prozent gesunken. Da der Rückgang der Anzahl junger Personen stärker war als der Zuwachs der über 65-Jährigen, ist der Anteil der Personen im Erwerbsalter (20–64 Jahre) an der Gesamtbevölkerung im gleichen Zeitraum von 57,5 auf 62,2 Prozent gestiegen.

Mit dem schrittweisen Erreichen des Rentenalters der Babyboom-Jahrgänge werden mittelfristig zwei Gruppen prozentual an Bedeutung gewinnen: über 50-Jährige und ganz besonders über 65-Jährige. Das Medianalter der Bevölkerung wird weiter steigen.

Diese Entwicklung hat für die Ausgaben der AHV und der beruflichen Vorsorge weitreichende Folgen: Die Zahl der Bezügerinnen und Bezüger von Vorsorgeleistungen wird zunehmen, und die Dauer der Leistungen sich entsprechend der steigenden Lebenserwartung verlängern. Die Gruppe der 20- bis 40-Jährigen wird fortlaufend schrumpfen und die Zahl der Kinder dank Zuwanderung oder Anstieg