Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2013/27: Reform der Altersvorsorge 2020 · 212 Seiten

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1990er-Jahren durfte man von einer durchschnittlichen Rendite von 5 Prozent oder mehr ausgehen. Seit dem Jahr 2000 ist dies eindeutig nicht mehr der Fall. Zusammen mit der höheren Lebenserwartung werden die seit mehreren Jahren beobachteten historisch tiefen Zinssätze und das voraussichtliche Weiterbestehen dieser Tendenz das Finanzierungsdefizit der Renten aus der 2. Säule in Zukunft vergrössern.

1.7 Finanzielle Perspektiven

• Die Leistungen der AHV sind langfristig nicht ausreichend finanziert.

• Ab dem Jahr 2020 geraten die Finanzen der AHV aus dem Gleichgewicht.

• Bis im Jahr 2030 steigt die jährliche Finanzierungslücke der AHV auf rund 8,6 Milliarden Franken.

1.7.1 Ausgangslage

Die Planung einer langfristig stabilen Finanzierung der ersten und zweiten Säule verlangt zunächst die Festlegung der Einflussfaktoren und Berechnungsparameter, auf deren Basis die zukünftige – finanzielle – Entwicklung errechnet werden sollen. Die nachfolgenden Ausführungen legen dar, auf welchen Daten und auf welchen Annahmen die finanziellen Perspektiven beruhen.14 Sie erlauben einerseits, die Entstehung der Finanzierungslücken in der Altersvorsorge nachzuvollziehen, andererseits kann verdeutlicht werden, wie diese Differenzen durch die vorgeschlagenen Massnahmen aufgefangen und ausgeglichen werden sollen.

Die finanzielle Entwicklung der ersten und zweiten Säule wird im Wesentlichen durch die folgenden Faktoren beeinflusst:

− die Anzahl der Beitragszahlenden

− die Anzahl der Rentenbeziehenden und die Dauer des Bezugs

− die wirtschaftliche Entwicklung

− sowie die Entwicklung der Kapitalmarktrenditen.

Der relative Einfluss dieser demografischen und wirtschaftlichen Faktoren auf die finanzielle Entwicklung der ersten und zweiten Säule ist nicht genau gleich, da die Finanzierung der AHV auf dem Umlageverfahren und die berufliche Vorsorge auf dem Kapitaldeckungsverfahren beruht. So reagiert die AHV auf der Finanzierungsseite sensibel auf Veränderungen der Lohnsumme und der wirtschaftlichen Entwicklung. Ist das wirtschaftliche Umfeld günstig, sind die Beschäftigung und die Zuwanderung, insbesondere gut qualifizierter Arbeitskräfte hoch, steigen die Einnahmen der AHV rasch an, umgekehrt nehmen sie ebenso deutlich ab, wenn die Beschäftigung zurückgeht. Auf der Ausgabenseite dominiert in umlagefinanzierten Systemen neben der Zahl der Rentenbeziehenden die Dauer des Bezugs, d.h. die Lebenserwartung der Rentenbeziehenden.

14 DFF (2012), Perspectives à long terme des finances publiques en Suisse 2012, Berne, 25 janvier 2012 ; OFS (2010), Les scénarios de l‘évolution de la population de la Suisse 2010 – 2060.