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Vernehmlassung 2014/51: Strategie Antibiotikaresistenzen Schweiz (StAR) · 71 Seiten
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Im Bereich Prävention haben die meisten Spitäler in der Schweiz bereits einzelne Massnahmen ergriffen und Strukturen etabliert, um das Problem der nosokomialen Infektionen in den Griff zu bekommen. Diese variieren jedoch stark hinsichtlich Umfang und Qualität. Oft fehlt es an finanziellen und personellen Ressourcen, am nötigen ausgebildeten Personal oder an der konsequenten Umsetzung. Insgesamt ist der IST-Zustand in den Spitälern und Pflegeeinrichtungen noch nicht ausreichend bekannt und variiert stark. Auf nationaler Ebene gab und gibt es, abgesehen von einzelnen Aktivitäten wie der nationalen Hände-Hygiene Kampagne (2005-2006) durch SwissNOSO, kaum einheitliche Präventions- massnahmen.
Mit gezielten Präventionsmassnahmen und Kontrollsystemen lassen sich bis zu 30% der Infektionen verhindern.34 In der Folge entstehen weniger Infektions- krankheiten, die mit Antibiotika therapiert werden müssen.
Auch in Tierspitälern und Tierarztpraxen kann es zu nosokomialen Infektionen mit multiresistenten Keimen kommen. Das Ausmass des Problems ist nicht bekannt und es sind - ausser vereinzelt auf freiwilliger Basis - keine allgemein gültigen Hygienerichtlinien für Tierspitäler und Tierarztpraxen entwickelt und eingeführt.
Mit der Umsetzung der Massnahme wird angestrebt, Infektionen zu verhindern und die Übertragung von resistenten Keimen innerhalb von (Tier-)Spitälern, Pflegeeinrichtungen und (Tier-)Arztpraxen zu reduzieren. Im Humanbereich wird diese Massnahme durch die «Nationale Strategie zur Überwachung, Prävention und Bekämpfung nosokomialer Infektionen» (Strategie NOSO) umfassend beschrieben. Die Strategie NOSO schafft die Voraussetzungen für ein schweizweit einheitliches, koordiniertes und effizientes Vorgehen zur Überwachung, Prävention und Bekämpfung von nosokomialen Infektionen. Sie baut auf bestehenden Strukturen und Massnahmen auf, klärt Verantwortlichkeiten und trägt dazu bei, die verschiedenen Anstrengungen auf die Verhütungs- und Bekämpfungsziele auszurichten.
Die Umsetzung der Massnahme beinhaltet unter anderem die Erarbeitung von einheitlichen Hygienerichtlinien und Standards für Spitäler, Pflegeeinrichtungen, (Tier-)Arztpraxen und Tierkliniken und insbesondere deren konsequente Anwendung, die Koordination bereits laufender Aktivitäten sowie die landesweite Überwachung der Situation. In der Humanmedizin gehört ausserdem die Stärkung der Rolle und Kompetenz der Infektiologen, Spitalhygieniker und spezialisierten Pflegekräften innerhalb der Institutionen dazu.
Die Federführung liegt beim Bund. Umsetzungspartner sind die Kantone, (Tier-) Ärzteschaft, Gesundheitseinrichtungen, Fachgesellschaften, Verbände und (Fach-) Hochschulen.
3.2.2 Praxisnahe Laboruntersuchungen
Praxisnahe Praxisnahe Laboruntersuchungen gezielt einsetzen Laboruntersuchungen
Praxisnahe und rasche Laboruntersuchungen werden gezielt eingesetzt, um virale und bakterielle Infektionen zu identifizieren. Diese raschen Laborverfahren beugen im ambulanten Bereich einem unsachgemässen Antibiotikaeinsatz vor.
34 Harbarth et al (2003); J. Hosp. Inf. Vol. 54: http://www.journalofhospitalinfection.com/article/S0195- 6701(03)00150-6/abstract