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Vernehmlassung 2014/51: Strategie Antibiotikaresistenzen Schweiz (StAR) · 71 Seiten

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Obwohl Infektionen der Atemwege häufig viraler Natur sind und nur selten bakterielle Sekundärinfektionen vorliegen, verschreiben Hausärzte trotzdem in der Hälfte aller Fälle Antibiotika. Auch in der Veterinärmedizin werden zum Teil virale Infektionen mit Antibiotika behandelt, weil allein anhand der klinischen Symptome der Krankheitserreger nicht eindeutig festgestellt werden kann. Viele Diagnostika sind heute weder rasch noch mobil verfügbar, sie sind vergleichsweise teuer und es dauert oftmals zu lange, bis ein Ergebnis vorliegt. Der unspezifische Einsatz von Antibiotika ist deswegen häufig sicherer und billiger als die Durchführung einer vorgängigen Laboruntersuchung.

Idealerweise sollten Antibiotika jedoch nur dann eingesetzt werden, wenn nachgewiesen ist, dass es sich um eine bakterielle Infektion handelt und keine alternativen Behandlungen existieren. Die Entwicklung und der Einsatz von praxisnahen und rasch verfügbaren Laboruntersuchungen soll eine schnelle und qualitativ sichere Diagnose ermöglichen.

Die Federführung für die Umsetzung der Massnahme liegt im Humanbereich bei den zuständigen Fachgesellschaften und der Industrie, Umsetzungspartner sind die Ärzteschaft, Gesundheitseinrichtungen und Referenzlaboratorien. Im Veterinärbereich ist die Federführung beim Bund, Umsetzungspartner sind die Industrie und die Tierärzteschaft.

3.2.3 Promotion von Impfungen

Promotion von Impfungen Zielgruppen- und krankheitsspezifische Promotion von Impfungen unterstützen

Impfungen, welche durch Verhütung von viralen und bakteriellen Infektionen zur Reduktion des Antibiotikaverbrauchs beitragen können, werden zielgruppen- und krankheitsspezifisch propagiert.

Impfungen können gezielt dazu beitragen, dass Personen oder Tiere nicht an Infektionskrankheiten erkranken oder dass die Krankheit weniger schwerwiegend verläuft, wodurch weniger Antibiotika eingesetzt werden müssen.

Im Humanbereich fördern der Bund und die Kantone Impfempfehlungen, die wie z.B. bei der Impfung gegen invasive Pneumokokken gezielt darauf hinweisen, dass diese vor Erkrankungen mit potenziell schweren Komplikationen bewahren und damit dem Einsatz von Antibiotika vorbeugen können. Gegen gewisse Bakterienstämme, die bereits viele Antibiotikaresistenzen aufweisen, können jedoch keine Impfungen eingesetzt werden. Zudem ist die Entwicklung neuer Impfstoffe technisch oft sehr schwierig, langwierig und kostenintensiv.35

Im Veterinärbereich werden beispielsweise beim Geflügel gezielte und intensive Impfprogramme durchgeführt. Bei Kälbern hingegen existieren keine generellen Empfehlungen, in welchem Alter, welche Impfungen vorgenommen werden sollten. Impfungen werden deshalb manchmal zu spät oder nicht in erforderlichem Umfang durchgeführt. Zudem sind Impfprogramme verglichen mit Antibiotikabehandlungen zum Teil teurer. Auch fehlen teilweise zusätzliche oder kostengünstige Impfstoffe, weil die erforderlichen Präparate in der Schweiz aus tierseuchenrechtlichen Grün-

35 Salgado-Pabón, Wilmara & Schlievert, Patrick M. (2014); Nature Reviews Microbiology, 12(7), 585- 591: Models matter. The search for an effective Staphylococcus aureus vaccine.