Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2015/18: Nationale Strategie Sucht · 26 Seiten
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Konsum gebe. Der Fachverband Sucht seinerseits begrüsst explizit den Einbezug der Tabakprävention in die Strategie Sucht. Von einigen Organisationen aus dem Suchtbereich wie den Akteuren der Tabakprävention und dem Blauen Kreuz wird eine weiter
differenzierte Unterteilung gewünscht: Gewichtung der Substanzen nach Kriterien (z.B. gesundheitliche und gesellschaftliche Folgen, öffentliche Sicherheit), Unterscheidung zwischen legalen und illegalen Drogen. Die meisten der interessierten Fachkreise weisen darauf hin, dass die Begriffe Sucht und Abhängigkeit sowie Risikoverhalten näherer Definitionen bedürfen.
Die Weiterführung der Viersäulenpolitik wird im Grundsatz von allen Akteuren begrüsst. Für die einzelnen Beschreibungen der vier Säulen werden insbesondere seitens der Akteure aus dem Suchtbereich und dem Gesundheitswesen verschiedene Präzisierungen vorgeschlagen:
- In der ersten Säule (Prävention) soll nicht nur auf die gesundheitliche, sondern auf eine allgemeine Ressourcenstärkung hingezielt und risikoreicher Konsum
verhindert werden. Zur Früherkennung soll auch die Frühintervention erwähnt werden.
- Massnahmen in der zweiten Säule (Therapie) sollen nicht erst bei einer
Abhängigkeit, sondern bereits bei Risikoverhalten zum Zuge kommen und Hilfen für direkt und indirekt Betroffene bieten. Angestrebt werden soll eine
Konsumreduktion und verbesserte Lebensqualität, Abstinenz solle weniger stark betont werden. Da an der Behandlung nicht nur Ärzte, sondern Fachpersonen aus verschiedenen Disziplinen beteiligt sind, soll von „fachlicher Behandlung“
gesprochen werden.
- Die dritte Säule (Schadensminderung) soll nicht nur auf abhängige Personen,
sondern viel stärker auf Risikoverhalten abzielen und Unterstützung auch für Angehörige bieten.
- Die Regulierung in der vierten Säule soll nicht nur auf die Einschränkung von Zugänglichkeit und Erhältlichkeit von Suchtmitteln abzielen, sondern auch deren Attraktivität vermindern. Während die Akteure der Wirtschaft betonen, dass die Wirkung regulatorischer Massnahmen nicht überbewertet werden soll, fordern die Mehrheit der Kantone, die Akteure aus dem Suchtbereich, dem Gesundheits- und dem Sozialwesen die stärkere Betonung der Wichtigkeit solcher Bestimmungen.
Die Besonderheiten des Tabakkonsums und der Tabakprävention kommen aus Sicht der Akteure der Tabakprävention zu wenig zum Ausdruck. Auch der speziellen Situation und Vulnerabilität von Jugendlichen werde zu wenig Rechnung getragen. Dies wird von
einzelnen Akteuren aus dem Suchtbereich und dem Gesundheitswesen kritisiert.
Die grosse Mehrheit der Organisationen aus den Kantonen und allen Akteurskreisen wünscht sich Klärung und Konkretisierung in Bezug auf die Schnittstellen zur NCD-Strategie. Für die Kantone ZH, ZG und GE ist dies der Hauptgrund hierfür, dass die Strategie in ihrer aktuellen Form nicht gutgeheissen werden kann. Dass die Strategie Sucht den Schwerpunkt auf die Versorgung abhängiger Menschen legt, betrachten einige Akteure als einen zu engen Fokus. Verschiedentlich wird zudem eine übergeordnete
Gesamtstrategie gewünscht, welche die Zusammenhänge zwischen Sucht, psychischer Gesundheit und NCD und die Schnittstellen zu den verschiedenen anderen relevanten Politikbereichen aufzeigt.
Anhörungsbericht Nationale Strategie Sucht, August 2015