Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2015/18: Nationale Strategie Sucht · 26 Seiten
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- Ähnlich wie im Handlungsfeld 2 soll gemäss den Akteuren des Suchtbereichs auch
im Handlungsfeld 3 „Schadensminderung und Risikominimierung“ der Fokus auf gefährdete Personen und Personen mit Risikoverhalten ausgeweitet werden.
Zudem soll das Umfeld explizit in das übergeordnete Ziel aufgenommen werden. Der situationsunangepasste Konsum, der ebenfalls verringert werden soll, soll im strategischen Ziel 3 aufgenommen werden.
- Die Benennung des Handlungsfelds 4 mit „Regulierung und Vollzug" anstatt
„Repression“ wird von Akteuren aus allen Akteursgruppen begrüsst. Gewisse Aspekte werden darin jedoch vermisst. So fehlt den Akteuren aus dem
Suchtbereich, dem Städteverband, der Städt. Konferenz der Beauftragten für Suchtfragen und der Vereinigung Städtischer Polizeichefs die Diskussion neuer Regulierungsmodelle unter Berücksichtigung des Gefährdungspotentials psychoaktiver Substanzen, die Diskussion um die Regulierung von Cannabis, der Schutz der Gesundheit der Konsumierenden, die Einschränkung der Attraktivität von Suchtmitteln und der Bezug zur Wirtschaft (als Anbieter von legalen Substanzen).
- Das Handlungsfeld 5 „Koordination und Kooperation“ wird als sehr wichtig
erachtet. Im übergeordneten Ziel soll gemäss einigen Akteuren aus dem
Suchtbereich die Zusammenarbeit erwähnt werden. Sie erachten die
Formulierungen der strategischen Ziele jedoch als schwammig und können sich keine Umsetzung vorstellen. Schnittstellen und Zuständigkeiten (auch in Bezug auf die NCD-Strategie) sollen laut Akteuren aus allen interessierten Kreisen geklärt werden.
- Das Handlungsfeld 6 „Wissen“ soll gemäss dem Wunsch verschiedener Akteure
aus allen Bereichen neben Bund und Kantonen auch Städte und Gemeinden ansprechen. Neben dem Monitoring und der Aus- und Weiterbildung soll auch die Forschung und das Grundlagenwissen erwähnt werden. Einige Organisationen aus dem Suchtbereich und dem Gesundheits- und dem Sozialwesen betonen zudem, dass in den Fortbildungen nicht nur neue Entwicklungen und Trends aufgegriffen werden sollen, sondern auch bewährte und wirksame Absätze und Methoden vermittelt werden sollen. Zudem bleibt offen, ob und wie Evaluationen durchgeführt werden.
- Insbesondere Organisationen aus dem Suchtbereich sind der Meinung, dass in die
Beschreibung des Handlungsfelds 7 das Thema Entstigmatisierung / Akzeptanz der Betroffenen aufgenommen werden soll. Bei den strategischen Zielen erachten einige Akteure die Trennung der Fachpersonen und der Öffentlichkeit als
Zielgruppen als sinnvoll.
- Im Handlungsfeld 8 „Internationale Politik“ wird das Vertreten von Interessen und
die Beteiligung am Austausch als ein zu tief gestecktes Ziel betrachtet. So soll die Schweiz gemäss Akteuren aus der Tabakprävention die Rahmenkonvention über Tabakkontrolle der Weltgesundheitsorganisation (FCTC) ratifizieren. Akteure aus dem Suchtbereich fordern ihrerseits, dass sich die Schweiz der Europäischen Drogenbeobachtungsstelle in Lissabon anschliesse.
Zum Erarbeitungsprozess sind kaum Rückmeldungen eingegangen. Dieser wird jedoch von Akteuren aus der Wirtschaft als zu einseitig kritisiert. Aus ihrer Sicht wurde die direkt betroffene Wirtschaft zu wenig und Organisationen aus dem Gesundheitswesen zu stark berücksichtigt. Zudem wird die Dauer der Anhörung als zu kurz beurteilt.
Anhörungsbericht Nationale Strategie Sucht, August 2015