Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2015/38: Änderung des Fernmeldegesetzes (FMG) · 130 Seiten

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zumeist nicht als Stand Alone-Dienst, sondern im Bündel mit einem Angebot z. B. für Daten, Telefonieminuten oder SMS im Inland gekauft. Der Vergleich zwischen den häufig nach Ländern oder Ländergruppen differenzierten Roaming-Preisen unterschiedlicher Anbieterinnen ist zudem mit nicht unerheblichen Informationskosten verbunden.

Beim Entscheid für die Nutzung von internationalem Roaming im Ausland (abhängig von der Nachfrage nach internationalen Reisen) wurden die Substitutionsmöglichkeiten (z. B. Voice over IP [VoIP] per Wireless Local Area Network [WLAN]) als imperfekt erachtet. Falls Konsumentinnen und Konsumenten ihre Nutzung von internationalem Roaming im Falle erhöhter Preise nur bedingt reduzieren, bestehen nur bedingt Anreize für die Mobilfunkanbieterinnen zu Preissenkungen.

Auf Vorleistungsebene bestanden gemäss der genannten Regulierungsfolgenabschätzung Wettbewerbsprobleme z. B. darin, dass MVNO (Mobile Virtual Network Operators) damals bezüglich der Preise für das internationale Roaming aufgrund ihrer Abhängigkeit von den MNO (Mobile Network Operators) kaum Wettbewerbsdruck ausüben konnten.

Diese Erkenntnisse dürften vor allem bezüglich der beschriebenen Probleme auf Endkundenebene bis zu einem gewissen Grad auch auf die Schweiz zutreffen.

Gleichzeitig sanken die Preise des internationalen Roaming für Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten in den letzten Jahren tendenziell, insbesondere diejenigen zur Datennutzung.5

Es sind von den Schweizer Mobilfunkanbieterinnen zudem auch 2015 neue Angebote entstanden. Inzwischen bieten verschiedene Anbieterinnen z. B. Abonnemente oder Optionen an, welche einen Anteil an Gesprächsminuten und Datennutzung im Ausland beinhalten.6 Von neueren Preissenkungen profitierten jedoch vor allem Vielnutzer und Personen mit relativ hochpreisigen Abos, weniger kleine und mittlere Nutzerprofile sowie die Prepaid-Kundinnen und Kunden. Auch z. B. Prepaid-Kundinnen und Kunden (Anteil an allen Nutzern von Mobilfunkdiensten gemäss BAKOM [2015b] in den letzten Jahren bei ca. 40%) nutzen internationales Roaming in nicht unerheblichem Masse (35% aller Kundinnen und Kunden im Jahr 2014; keine Aussage über Nutzungsintensität):

Abbildung 2: Anzahl Schweizer Roaming-Kundinnen und Kunden 2009-2014 (Quelle: BAKOM)

5 Vgl. nachfolgende Abbildungen und BAKOM (2015a).

6 Für eine aktuelle Übersicht von Angeboten und Preisen vgl. Comparis (2015).