Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2015/45: Bundesbeschluss über die finanziellen Mittel für die Landwirtschaft in den Jahren 2018-2021 · 58 Seiten
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Auswirkungen
Inwieweit die aktuell verfügbaren Systeme auch die künftigen Anforderungen aufgrund übergeordneter Vorgaben oder Aufträge erfüllen können, kann momentan nicht beurteilt werden. Systemanpassungen oder die Neuentwicklung von Informationssystemen sind aber stets mit finanziellen und personellen Aufwänden verbunden, deren Höhe von den jeweiligen Anforderungen abhängt.
4.2 Kantone (Personell, Finanziell, Informatik)
Grundlagenverbesserung und Sozialmassnahmen
Der Aktionsplan zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln und die Antibiotikastrategie des Bundes stellen eine Chance dar, Anstrengungen in diesen Bereichen zu verstärken und besser zu koordinieren. Sich daraus ergebende Massnahmen sind innerhalb verschiedener Zahlungsrahmen finanziert. Sind für die Zielerreichung in den verschiedenen Handlungsfeldern Anpassungen der bisher erbrachten Leistungen und Prozesse der Kantone nötig, sind entsprechende personelle und finanzielle Ressourcen zu berücksichtigen.
Produktion und Absatz
Es besteht kein Anpassungsbedarf für die Kantone.
Direktzahlungen
Weil das neue Direktzahlungssystem optimiert und punktuell bei der Ressourceneffizienz und den Produktionssystemen ergänzt wird, fallen geringe Mehraufwände im Vollzug an. Die Massnahmen zur administrativen Entlastung, die Vollzugserfahrung mit dem neuen System und der verstärkte IT-Einsatz senken die personellen Aufwände. Insgesamt sollten die personellen Aufwände aus heutiger Sicht demnach tendenziell rückläufig sein.
Die personellen und finanziellen Aufwände des Kantons hängen bei den kofinanzierten Massnahmen (Vernetzung und Landschaftsqualität) direkt von ihrer Beteiligung ab. Die Kantone haben sich bei der Umsetzung der Landschaftsqualität (seit 2014) bereits stark engagiert.
4.3 Auswirkungen auf die wirtschaftliche Situation der Landwirtschaft
Um die Auswirkungen auf die Landwirtschaft abschätzen zu können, hat das Institut für Nachhaltigkeit (INH) von Agroscope Berechnungen mit dem dynamischen Optimierungsmodell SWISSland vorgenommen42. Als Basis für die Prognosen dienten die Jahre 2008- 2010. Mit dem Modell wurden die Veränderungen auf die Tierhaltung, die Flächennutzung, die Produktion, die Einkommensbildung auf sektoraler und einzelbetrieblicher Ebene sowie die Strukturentwicklung simuliert. Die Modelle optimieren unter vorgegebenen agrarpolitischen Rahmenbedingungen das Einkommen und berücksichtigen dabei die Wechselwirkungen zwischen den produzierten Mengen und den Marktpreisen.
Die Prognosen basieren auf den in Ziffer 3.4 aufgeführten finanziellen Mitteln. Für die Berechnung der inländischen Produzentenpreise wurden die Preisprognosen der europäischen Kommission43 und ein Wechselkurs von 1,05 Franken pro Euro unterstellt. Bei den Vorleistungen und Investitionen wurde aufgrund der Teuerung ein durchschnittlicher Anstieg der Preise um 0,4 Prozent pro Jahr angenommen. Die Auswirkungen allfälliger Marktöffnungen im Zeitraum 2018-2021 wurden nicht berücksichtigt.
42 Möhring A. et al. (2015): Swiss Agricultural Outlook (SAO), INH Agroscope Tänikon.
43 EU Kommission (2014): Prospects for EU agricultural markets and income 2014-2024