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Vernehmlassung 2015/56: Gesamtschau Sportförderung des Bundes · 46 Seiten
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Die Gleichstellung von Knaben und Mädchen im Schulturnen wurde erst 1972 mit dem Bundesgesetz über die Förderung von Turnen und Sport verwirklicht. Gegenwärtig liegt der Mädchenanteil in den J+S-Kursen bei rund 35 Prozent. Im Bereich der Nachwuchsförderung von J+S sind die jungen Frauen heute mit rund einem Drittel vertreten. Was die sportlichen Aktivitäten der Migrationsbevölkerung betrifft, sind junge Ausländerinnen deutlich inaktiver als junge Schweizerinnen. Entsprechend sind junge Frauen mit Migrationshintergrund im schweizerischen Leistungssport eigentliche Ausnahmeerscheinungen.
Auch wenn die Vereine und Verbände gezielte Förderanstrengungen unternehmen, sind die Frauen im schweizerischen Leistungssport weiterhin nicht gemäss ihrem Bevölkerungsanteil vertreten. Klar unterrepräsentiert sind die Frauen in der Führung des Schweizer Sports. Nachdem sich die Situation vorübergehend etwas verbessert hatte, stagniert der Frauenanteil in Führungspositionen der schweizerischen Sportverbände seit 2007 auf tiefem Niveau.
3.3 Wirtschaftliche Dimension des Leistungssports
3.3.1 Die schweizerische Sportwirtschaft
Die Sportwirtschaft der Schweiz ist ein wichtiger volkswirtschaftlicher Faktor. Im Jahre 2011 belief sich der Gesamtumsatz auf 20,1 Milliarden Franken bei einer Bruttowertschöpfung von 10,1 Milliarden Franken3. Mit einem Anteil von 2,5 Prozent oder rund 97‘000 Vollzeitäquivalenten leistet der Sport einen bedeutenden Beitrag an die Gesamtbeschäftigung. Zu den wirtschaftlich wichtigsten Bereichen gehören die Sportanlagen, die Sportvereine und –verbände, Sportdienstleistungen sowie der Sporttourismus. In allen diesen Bereichen stellt der Leistungssport einen bestimmenden Faktor dar.
Gesamthaft betrachtet leistet der Sport einen Beitrag von 1,7 Prozent zum schweizerischen Bruttoinlandprodukt. Der Anteil der Sportwirtschaft am Bruttoinlandprodukt ist etwa ein Drittel so gross wie derjenige des gesamten Baugewerbes (7,9 Prozent), mehr als doppelt so hoch wie derjenige der Land- und Forstwirtschaft (0,7 Prozent) und mehr wie dreimal so hoch als derjenige des Verlagswesens, audiovisuelle Medien und Rundfunk (0,5 Prozent). Bezogen auf die Beschäftigung übertrifft die wirtschaftliche Bedeutung des Sports sowohl die Energie- und Wasserversorgung (0,6 Prozent) als auch das Versicherungsgewerbe (1,3 Prozent).
3.3.2 Sportveranstaltungen als Wirtschaftsfaktor
Die Schweiz hat eine lange Tradition als Gastgeberin internationaler Sportwettkämpfe. Im internationalen Vergleich finden in der Schweiz überdurchschnittlich viele bedeutende, jährlich wiederkehrende und einmalige internationale Sportgrossveranstaltungen statt. Kaum ein anderes Land verfügt über eine solche Dichte an international führenden Sportveranstaltungen wie die Schweiz. Diese Veranstaltungen des Leistungssports sind für die Schweiz nicht nur in wirtschaftlicher, sondern auch in sport- und staatspolitischer Hinsicht von Bedeutung.
In der Schweiz finden jährlich rund 230‘000 Sportveranstaltungen statt4. Das entspricht 4‘400 Sportanlässen pro Woche. Knapp die Hälfte davon entfallen auf Fussballspiele. Mannschaftssportarten haben einen Anteil von rund drei Vierteln an allen Sportveranstaltungen. Gesamthaft generieren alle Veranstaltungen einen Umsatz von 1,2 Milliarden Franken. Die Einnahmen dieser Anlässe reichen regelmässig gerade aus, um deren Unkosten zu decken. Die Durch-
3 Rütter H.. (2014) Wirtschaftliche Bedeutung des Sports in der Schweiz - 2011, Bundesamt für Sport Magglingen
4 Erni Baumann C. (2008) Wirtschaftliche Bedeutung der Sportveranstaltungen in der Schweiz, Bundesamt für Sport Magglingen