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Vernehmlassung 2015/56: Gesamtschau Sportförderung des Bundes · 46 Seiten
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3 Dimensionen des Leistungssports
3.1 Sportpolitische Dimension
3.1.1 Leistungssport und Breitensport
Leistungssport und Breitensport sind vielfältig aufeinander bezogen und voneinander abhängig. Im Breitensport stehen die Freude an der Bewegung, Geselligkeit sowie Fitness- und Gesundheitsförderung im Vordergrund. Demgegenüber wird im Leistungssport nach sportlichen Höchstleistungen gestrebt. Die Motivation zur Leistung gehört indes ebenso zum Breitensport wie Freiwilligkeit und Freude zum Leistungssport. Der Breitensport allgemein und namentlich der leistungsorientierte Jugendsport brauchen Vorbilder. Diese finden sie im Leistungssport. Der Breitensport bildet in dreifacher Hinsicht ein wichtiges Fundament für den Leistungssport:
− Erstens ist der Breitensport Rekrutierungsbasis für den Nachwuchsleistungssport. Ge-
stützt auf die Vorgaben von Swiss Olympic und der J+S Nachwuchsförderung (J+S NWF) sind heute 18‘000 Nachwuchstalente zur Teilnahme in der J+S NWF qualifiziert. Der Anteil der jungen Frauen in diesem Programm beträgt zurzeit rund einen Drittel. Diese Nachwuchstalente rekrutieren sich aus rund 500‘000 Kindern und Jugendlichen in den Programmen und Kursen von Jugend + Sport.
− Zweitens nutzen der Breiten- und Leistungssport die gleichen Organisationsressourcen,
sowohl im Bereich der Führung und Infrastruktur als auch bezüglich des Einsatzes ehrenamtlich tätiger Personen in den Vereinen und Verbänden.
− Drittens profitiert der Leistungssport von den finanziellen Ressourcen des Breitensports
namentlich in jenen Bereichen, wo Massenpublikum und Fernsehpräsenz fehlen. Wo hingegen der Leistungssport eine hohe mediale Wirkung erzielt, profitiert umgekehrt der Breitensport.
3.1.2 Vereine und Verbände als Träger des Leistungssports
Wichtigste Träger des Leistungssports sind die Swiss Olympic angeschlossenen 84 Verbände und rund 20‘000 Vereine2. Rund ein Viertel der Schweizer Bevölkerung ist in einem Sportverein aktiv. Die Mehrheit der Sportvereine engagiert sich nicht nur im Breitensport, sondern auch im Leistungssport. Entsprechend sind die Durchführung von Wettkämpfen und die Nachwuchsförderung zentrale Aufgaben der Sportvereine. 60 Prozent aller Vereine sind stolz auf ihre Erfolge im Leistungssport. Rund ein Drittel aller Sportvereine zeigt ein hohes Engagement im Leistungssport und in der Talentförderung.
Die Sportvereine leben vom Ehrenamt. So sind 285‘000 Funktionen durch ehrenamtliche Mitarbeitende besetzt, die unentgeltlich arbeiten oder eine geringe Entschädigung erhalten. Dies entspricht 21‘000 Vollzeitstellen. Mehr als die Hälfte der Grossvereine kann sich auf die unentgeltliche Mitarbeit der Mitglieder stützen. Nur gerade 15 Prozent der Vereine richten an einzelne Mitarbeitende jährliche Aufwandentschädigungen von über 2000 Franken aus. Im Vergleich zu den Vereinen hat der Professionalisierungsgrad in den Sportverbänden zugenommen. So beschäftigen die Verbände heute rund 1300 Personen im Umfang von 600 Vollzeitstellen.
Hauptsorge der Vereine bildet die Aufrechterhaltung des ehrenamtlichen Engagements. So bekunden die Vereine heute grosse Probleme bei der Rekrutierung von Trainerpersonen, Schiedsrichterinnen und -richter sowie Vorstandsmitgliedern. Was die Herausforderungen der kommenden Jahre betrifft, stehen für die Vereine die Erhaltung des Mitgliederbestandes sowie
2 Lamprecht M., Fischer A., Stamm H.P. (2014), Sport Schweiz 2014: Sportaktivität und Sportinteresse der Schweizer Bevölkerung. Magglingen: Bundesamt für Sport