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Vernehmlassung 2015/56: Gesamtschau Sportförderung des Bundes · 46 Seiten

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wenn sich auch die hinter dem Sport stehenden Organisationen, namentlich die Sportverbände und Wettkampfveranstalter, durch Integrität auszeichnen. Missbräuche haben zunehmend grenzüberschreitende Dimension und zeichnen sich durch komplexe Vernetzungsmuster aus.

Gegenwärtig sind auf nationaler und internationaler Ebene zahlreiche Massnahmen zur Bekämpfung von Korruption und Wettkampfmanipulation im Sport in Vorbereitung oder Umsetzung. Auf nationaler Ebene schlägt der Bundesrat dem Parlament vor, das Korruptionsstrafrecht dahingehend zu verschärfen, dass Privatbestechung künftig als Offizialdelikt ins Strafgesetzbuch aufgenommen werden soll, womit Bestechung künftig auch im privaten Sektor, inkl. Sport- oder Nonprofitorganisationen verfolgt und bestraft werden kann. Im Rahmen der Neuordnung der Geldspielgesetzgebung schlägt er zudem vor, dass Wettkampfmanipulation im Sport, die in Zusammenhang mit Sportwetten steht, künftig ebenfalls strafbar sein soll.

Auf internationaler Ebene hat der Europarat die EPAS (Enlarged Partial Agreement on Sport) beauftragt, eine rechtsverbindliche Konvention zu erarbeiten. Der Entwurf wurde am 9. Juli 2014 vom Ministerkomitee verabschiedet und am 18. September 2014 an der europäischen Sportministerkonferenz in Magglingen unterzeichnet. Die Konvention des Europarats gegen Wettkampfmanipulation verpflichtet die Staaten unter anderem zur Schaffung wirksamer Strafnormen sowie zur verstärkten Zusammenarbeit und gegenseitiger Rechtshilfe. Sie gibt zudem Empfehlungen ab zum Umgang mit Anbietern von Sportwetten. Die Schweiz hat an den Vorbereitungsarbeiten dieser Konvention massgeblich mitgewirkt.

3.2 Gesellschaftliche Dimension des Leistungssports

3.2.1 Leistungssport und nationale Identität

Sport vermittelt nationale Identität. Sportliche Wettkämpfe sind Gelegenheiten, nationale Zugehörigkeit zu zeigen. Insbesondere der durch die Medien vermittelte Sport ist ein geeignetes Instrument zur nationalen Selbstdarstellung, Selbstvergewisserung und Abgrenzung. In vielen Ländern sind die Spiele von Fussballnationalmannschaften eine günstige Gelegenheit, nationale Eigenheiten mit Stolz zur Darstellung zu bringen und ein positives nationales Image über die Landesgrenzen hinweg zu verbreiten. Nationalmannschaften sollen das Bild verkörpern, das ein Land von sich selbst besitzt.

Sportlicher Erfolg einer Mannschaft, einer Athletin oder eines Athleten ist auch für Bürgerinnen und Bürger ohne besonderes Sportinteresse Anlass, sich mit der eigenen Nation zu identifizieren und Stolz für die eigene nationale Zugehörigkeit zu entwickeln. In diesem Zusammenhang spielen vor allem die Medien eine wichtige Rolle, die bei der Berichterstattung über bedeutende internationale Sportveranstaltungen den Nationalbezug und das Wir-Gefühl regelmässig stärker betonen als die dem Sport zugeschriebenen Funktionen des Weltbürgertums und der Völkerverständigung.

Mit entsprechender Medienpräsenz entwickeln sich erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler so zu national bekannten Persönlichkeiten und Vorbildern für die Jugend. Breite Bevölkerungskreise freuen sich über deren nationalen oder internationalen Erfolge. Vor diesem Hintergrund ist auch die Tatsache zu sehen, dass in den vergangenen Jahren mehr als die Hälfte der zum „Schweizer des Jahres“ gewählten Persönlichkeiten aus der Sportfamilie stammen: Roger Federer (2003, Tennis), Peter Sauber (2005, Autorennsport), Köbi Kuhn (2006, Fussball), Jörg Abderhalden (2007, Schwingen), Didier Cuche (2011, Ski alpin), Dario Cologna (2012, Skilanglauf) und Stanislas Wawrinka (2013, Tennis). Soweit diese Sportler auch auf der internationalen Ebene erfolgreich sind, repräsentieren sie immer auch die Schweiz. Entsprechend sind sie wichtige Botschafter unseres Landes im Ausland.