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Vernehmlassung 2015/56: Gesamtschau Sportförderung des Bundes · 46 Seiten
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Der Begriff Nachwuchsleistungssport schliesst alle Jugend- und Juniorenkategorien ein und umfasst die Förderstufen „lokal“ (Vereinskader), „regional“ (Regionalkader) und „national“ (Nationalkader). Grundsätzlich handelt es sich um alle Kinder und Jugendlichen, die in einer leistungsorientierten Förderzelle trainieren. In der Regel sind diese Kinder und Jugendlichen im Besitze einer von Swiss Olympic ausgestellten Talentkarte, nachdem sie ein Sportverband als Talent erfasst hat. Nach Abschluss der Juniorenphase ist der Begriff Spitzensport oder Elitesport gebräuchlich.
Spitzensport betrifft das oberste Segment des gesamten Fördersystems. Im vorliegenden Konzept wird dieser Begriff vorwiegend für den Elitebereich auf dem Niveau der internationalen Spitze verwendet. Leistungssport wiederum ist der Oberbegriff und umfasst sämtliche Entwicklungsstufen vom leistungsorientierten Nachwuchs- bis zum Spitzensport.
1.4.2 Talente, Nachwuchsathletinnen und -athleten
Talente sind Nachwuchsathletinnen und -athleten im Jugend- und Juniorenalter, die aufgrund ihrer ausgeprägten Leistungsvoraussetzungen als besonders förderungswürdig gelten und von Swiss Olympic und den Sportverbänden eine Talentkarte erhalten.
Die Talententwicklung umfasst die Phasen der
− Talentsuche; d.h. der Frage, wie Talente den Weg in eine geeignete Sportart und ins spit-
zensport-orientierte Training finden.
− Talentselektion; d.h. die Auswahl der geeigneten Nachwuchssportlerinnen und -sportler
einer Sportart für die Nachwuchsförderung und die Zuteilung in die entsprechenden Kader.
− Talentförderung; d.h. die Trainings- und Betreuungsmassnahmen, durch die eine optimale
sportliche Leistungsentwicklung im Hinblick auf langfristige, spitzensportorientierte Ziele gesichert werden soll.
1.4.3 Spitzen- und Eliteathletinnen und -athleten
Eliteathletinnen und -athleten bestreiten auf höchstem nationalen, Spitzenathleten auf höchstem internationalen Niveau Wettkämpfe. In der Regel sind sie im Erwachsenenalter und Mitglieder eines Nationalkaders. Von Elite- oder Spitzensportlerinnen und -sportler wird erst in der ältesten Juniorenkategorie und danach in allen Stufen bis hin zur internationalen Spitzenklasse gesprochen.
2 Geschichte
2.1 Entwicklung der Leistungssportförderung in der Schweiz
2.1.1 Ursprünge der Leistungssportförderung
Bis in die Zeit des Ersten Weltkriegs bestand Sport in der Schweiz vor allem darin, junge Menschen zu erziehen und die Wehrfähigkeit der Männer zu erhalten. Mit dem Neubeginn der Olympischen Spiele nahm die Bedeutung des Sports als Spiel- und Wettkampfform zu. So wurde im Jahre 1912 das Comité Olympique Suisse (SOC) gegründet; acht Jahre später entsandte die Schweiz erstmals offiziell eine Athletendelegation an die Olympischen Spiele nach Antwerpen. Auf der Grundlage eines 1923 unterzeichneten Vertrags beauftragte der Schweizerische Landesverband für Leibesübungen (SLL) das SOC, inskünftig die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für Olympische Spiele auszuwählen.
Nach Ende des Ersten Weltkriegs galten sportliche Erfolge als „Gradmesser nationaler Tüchtigkeit“ und Teilnehmende an Wettkämpfen als „Vertreter der Nation“. Schlechte Resultate der