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Vernehmlassung 2015/56: Gesamtschau Sportförderung des Bundes · 46 Seiten

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Schweiz.

Auf der Basis dieses Konzepts wurde die Unterstützung des Leistungs- und Breitensports durch den Bund kontinuierlich ausgebaut. Für die Unterstützung des Leistungssports wendet der Bund gegenwärtig 48 Millionen Franken auf. In diesen Beträgen sind nebst Lehre, Forschung, Entwicklung und sportwissenschaftlichen Dienstleistungen vor allem die Nutzung der Infrastrukturen in Magglingen und Tenero (Vollkosten) eingeschlossen. Die Bundesbeiträge an Swiss Olympic, der Nachwuchsförderung der Sportverbände, der Stiftung Antidoping Schweiz, den Organisatoren internationaler Sportveranstaltungen und NASAK gehören ebenfalls dazu.

Das Sportförderungsgesetz von 2011 erteilt dem Bund ausdrücklich den Auftrag, den Leistungssport zu fördern und führt in Artikel 16 die wichtigsten Fördermassnahmen in einem nicht abschliessenden Katalog auf.

2.2 Internationale Entwicklungen

2.2.1 Nationale Vielfalt der Fördersysteme

Seit Beginn der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat die kommerzielle Dimension von internationalen Sportveranstaltungen zunehmend an Bedeutung gewonnen. Olympische Spiele, aber auch manche Europa- oder Weltmeisterschaften sind gut organisierte, profitable Veranstaltungen, die medial breit vermarktet werden. Damit verbunden ist der Wille vieler Staaten und Regierungen, die Athletinnen und Athleten als bedeutende Repräsentanten ihres Landes und zugleich wichtiges Kapital nationaler Identitätsbildung zu betrachten. Entsprechend gestiegen ist auch die Bereitschaft, zusätzliche Ressourcen in erheblichem Umfang zur Förderung des Leistungssports bereitzustellen.

Zunächst hatten die ehemaligen Staaten des Ostblocks wirkungsvolle Fördersysteme entwickelt und damit grosse Erfolge gefeiert. Bereits 1956 führte die damalige Sowjetunion die Rangliste als erfolgreichste Nation bei den Olympischen Sommer- und Winterspielen an. Der Staat übernahm die Verantwortung und die Führung des Systems. Dieses zeichnete sich durch eine hohe Effizienz hinsichtlich der Medaillenmaximierung an internationalen Wettkämpfen aus. Das System eignete sich indes kaum für die Jugend- und Breitensportförderung der betreffenden Länder, da der Breitensport in der Gesellschaft kaum verankert war.

Unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Wirkungen des Leistungssports sowie seiner sozialen, wirtschaftlichen und politischen Bedeutung bauten in der Folge auch die meisten dem Westen zugeordneten Staaten ihre Fördersysteme aus. Umfang und Ausprägung der staatlichen Unterstützungsleistungen unterscheiden sich dabei erheblich. Grossbritannien fördert den Leistungssport über eine zentrale Stelle, in welcher auch sämtliche Mittel für die Sportverbände bereitgestellt werden. Deutschland wiederum fördert – ähnlich wie die Schweiz

– über die verschiedenen föderalen Ebenen hinweg.

Die einzelnen Staaten vertreten auch unterschiedliche Philosophien bezüglich der Stellung der Sportverbände im Fördersystem. Viele halten es wie die Schweiz und räumen den Verbänden eine hohe Autonomie ein. Dies ist eine direkte Folge der starken gesellschaftlichen Stellung der Vereine und Verbände in Kontinentaleuropa. Gänzlich anders ist das Fördersystem etwa in den Staaten Nordamerikas strukturiert. Hier spielen nicht Vereine, sondern meist private Schulen und Hochschulen die zentrale Rolle im Fördersystem.

Ein einheitliches und erfolgsversprechendes Fördermodell lässt sich im internationalen Vergleich nicht ausmachen. Jeder Staat fördert den Leistungssport nach Massgabe der jeweiligen politischen Prioritäten und entsprechend den gesellschaftlichen Traditionen. Eine Analyse der