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Vernehmlassung 2015/56: Gesamtschau Sportförderung des Bundes · 46 Seiten

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Im Zusammenhang mit der Vorbereitung der Botschaft über die Beiträge des Bundes an die Olympischen Winterspiele Schweiz 2022, beauftragte der Bundesrat das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) am 17. Oktober 2012, ein Leistungssportkonzept Bund zu erarbeiten. Dieses sollte aufzeigen, wie mittel- bis langfristig die für den Leistungssport vorgesehenen staatlichen Mittel effizient und effektiv eingesetzt werden können. Die aktuelle Förderung des Leistungssports auf allen staatlichen Ebenen, die Strategien und die Förderinstrumente sollte überdacht werden. Die Kandidatur der Schweiz für die Olympischen Winterspiele 2022 scheiterte schliesslich an der fehlenden Unterstützung der Stimmberechtigten des Kantons Graubünden (Abstimmung vom 3. März 2013).

Am 2. Mai 2013 reichte die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) des Nationalrats eine Motion (13.3369) zur künftigen Sportförderung des Bundes ein, die sowohl der Nationalrat als auch der Ständerat mit klaren Mehrheiten annahmen. Im Rahmen dieser Motion wird der Bundesrat beauftragt, auf der Grundlage einer konzeptionellen und finanziellen Gesamtschau eine Vorlage zur Förderung des Breiten-, Nachwuchs- und Leistungssport auszuarbeiten. Das vorliegende Leistungssportkonzept ist ein Element dieser Gesamtschau „Sportförderung des Bundes“, die aus drei Teilen besteht: Leistungssportkonzept, Breitensportkonzept und Immobilienkonzept.

1.3 Vorgehen

Im Rahmen eines internationalen Forschungsverbunds wurde im Jahre 2011 eine umfassende Bestandesanalyse (SPLISS1) des schweizerischen Leistungssport-Fördersystems durchgeführt. Die entsprechenden Untersuchungen stützten sich vor allem auf Informationen und Daten auf nationaler Ebene, zumal auf kantonaler und kommunaler Ebene nur sehr beschränkt verlässliches, wissenschaftlich verwertbares Zahlenmaterial verfügbar war.

Auf der Grundlage dieser Untersuchungsergebnisse wurden die Folgerungen für die künftige Entwicklung des schweizerischen Leistungssports von einer breit zusammengesetzten Expertengruppe diskutiert und Handlungsschwerpunkte festgelegt. Die Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen der Expertengruppe wurden alsdann anlässlich von zwei Hearings mit über 100 Vertretern aus Sport, Bildung und Politik diskutiert und weiterentwickelt.

Diese Ergebnisse wiederum wurden einem Steuerungsausschuss, der den Prozess der Konzepterarbeitung systematisch begleitet hat, zur Beurteilung vorgelegt. Mitglieder dieses Steuerungsausschusses waren Vertreterinnen und Vertreter der nationalen und kantonalen Politik, der Präsidien des Dachverbands des Schweizer Sports (Swiss Olympic) und weiterer Sportverbände sowie der Direktion des Bundesamtes für Sport BASPO.

1.4 Begriffsklärung

1.4.1 Leistungssport, Nachwuchsleistungssport und Spitzensport

Im vorliegenden Konzept umfasst der Begriff Leistungssport alle Stufen des leistungsorientierten Trainings vom Kindes- über das Jugendalter bis hin zu den Leistungsstufen im Erwachsenenalter. Er unterscheidet sich vom Breitensport durch die manifeste Ausrichtung auf Leistungsziele und den Leistungsvergleich anlässlich von nationalen und internationalen Wettkämpfen. Der Leistungssport zeichnet sich zudem durch ein umfangreiches und gezieltes Training aus und verlangt ein leistungssportfreundliches Trainingsumfeld um Sport, Schule, Beruf und Familie optimal aufeinander abzustimmen.

1 Kempf H. et al. Der Leistungssport in der Schweiz: Momentanufnahme SPLISS-CH 2011(2013) EHSM Magglingen