Vorlage

Vernehmlassung 2015/56: Gesamtschau Sportförderung des Bundes · 46 Seiten

Fedlex · Vorlage · Seite 12Fedlex · Vorlage

im Leistungssportbereich erfolgreichen Nationen zeigt, dass sich erfolgreiche Fördersysteme durch eine systematische Verbindung verschiedener Komponenten auszeichnen, die sich ihrerseits an einem klaren strategischen Rahmen ausrichten. Ein zentraler Erfolgsfaktor stellt etwa eine optimale Kombination von Leistungssport und Schulbildung dar.

2.2.2 Position der Schweiz im internationalen Vergleich

Aufgrund der Erkenntnisse internationaler Vergleichsstudien besteht ein direkter Zusammenhang zwischen den zur Verfügung stehenden finanziellen Ressourcen und dem sportlichen Erfolg an Wettkämpfen. Die Schweiz bleibt vor allem in wenig kommerzialisierten Sportarten hinter der internationalen Entwicklung zurück, was unter anderem auf die schwache finanzielle Ausstattung der betreffenden Verbände zurückzuführen ist.

In den letzten Jahren haben viele Staaten die dem Leistungssport zufliessenden Mittel deutlich erhöht. Die Steigerungsraten lagen dabei erheblich über den entsprechenden Kennwerten der Schweiz. So hat etwa Grossbritannien seinen jährlichen Mitteleinsatz in den vergangenen zehn Jahren um mehr als das Doppelte erhöht. Eine Entwicklung, die nicht zuletzt mit der Durchführung der Olympischen Sommerspiele 2012 in London zusammenhängt und eine wesentlich bessere Medaillenbilanz zur Folge hatte. Aber auch sozioökonomisch mit der Schweiz vergleichbare Staaten, wie Holland, Norwegen, Schweden oder Österreich vermögen bessere Erfolgsbilanzen vorzulegen.

Schweizer Athletinnen und Athleten gewannen an Olympischen Sommerspielen in den vergangenen Jahrzehnten jeweils zwischen 5 und 9 Medaillen; mit Ausnahme von Barcelona 1992 mit einem einzigen Medaillengewinn. Die Schweiz platzierte sich damit im Nationenklassement in den Positionen 18 bis 46. Im Gegensatz dazu war der Schweiz bei Olympischen Winterspielen generell mehr Erfolg beschieden. Abgesehen von den Spielen in Albertville 1992 (3 Medaillen) gewannen Schweizer Athletinnen und Athleten jeweils zwischen 9 und 14 Medaillen. Die Schweiz belegte damit in der Medaillenbilanz Positionen zwischen Rang 7 und 12. Im Vergleich dazu waren Nationen wie Norwegen, die Niederlande oder Österreich regelmässig mehr oder weniger deutlich vor der Schweiz rangiert.

Medaillenbasierte Folgerungen zur Qualität eines Fördersystems sind mit Vorsicht zu geniessen. Dessen ungeachtet kann festgestellt werden, dass vergleichbare Länder mit etablierten nationalen Leistungssportstrategien unter dem Aspekt der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz einen Schritt voraus sind. Sofern die Schweiz im internationalen Leistungssport weiterhin Erfolg haben will, muss sie ihr Fördersystem an der internationalen Entwicklung ausrichten. Aufholbedarf besteht in der Verbesserung der Qualität und der Abstimmung aller relevanter Erfolgsfaktoren: nämlich Professionalisierung des Trainingsbetriebs in den Verbänden, Unterstützung der Athletinnen und Athleten, Trainerwesen, Sportinfrastruktur sowie Forschung und Innovation.