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Vernehmlassung 2015/56: Gesamtschau Sportförderung des Bundes · 46 Seiten
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Nationalmannschaften lieferten regelmässig Anlass zu Kritik. Auch wenn die Entsendung einer Athletendelegation nach Antwerpen durch den Bund unterstützt wurde, bestanden damals keine dauerhaften staatlichen Unterstützungsstrukturen. In der Zwischenkriegszeit nahm sich die Eidg. Turn- und Sportkommission (ETSK) regelmässig dem Thema Leistungssportförderung an. Mit der Gründung der Sport-Toto-Gesellschaft (STG) im Jahre 1938 erhielten die Sportverbände zusätzliche Finanzmittel. Damit konnte ein Teil der Bedürfnisse des Leistungssports gedeckt werden.
Im Jahre 1944 wurde die Eidg. Turn- und Sportschule in Magglingen (ETS) gegründet. Sie diente der einheitlichen Leitung und Durchführung des militärischen Vorunterrichts sowie des ausserdienstlichen Turn-, Sport- und Schiesswesens. Primär für die Zwecke der Ausbildung errichtet, sollte die ETS indes auch zur Förderung des Leistungssports beitragen. Der ETS fehlte es jedoch an regelkonformen Anlagen, die ein wettkampfmässiges Training von Leistungssportlern ermöglicht hätten. Erst in den Jahren nach 1950 gelang es in Zusammenarbeit mit der STG und dem SLL, einen geeigneten Ausbau der Anlagen für Training und Wettkämpfe zu realisieren. Damit wurde der Grundstein für eine Kooperation zwischen der öffentlich-rechtlichen ETS und dem freien Verbandswesen - vertreten durch den SLL - gelegt. Eine weitergehende Unterstützung zugunsten des Leistungssports war aber nicht vorgesehen. Andere Staaten nutzten den Leistungssport hingegen bereits zur Stärkung ihrer nationalen Identität oder suchten den Erfolg an internationalen Meisterschaften, um ihre politischen Ideologien zu verbreiten. Entsprechend wurden im Ausland vielerorts leistungsfähige Fördersysteme aufgebaut, die indes nicht immer nachhaltig wirkten, weil die konsequente Verbindung zum Breitensport fehlte.
Staatliche Sportförderung in Bund und Kantonen bedeutete in historischer Hinsicht vor allem Förderung des Breitensports. Die vom Bund unterstützte Leistungssportförderung erhielt erst wieder einen Entwicklungsschub, nachdem die schweizerische Mannschaft an den Olympischen Winterspielen 1964 in Innsbruck keine einzige Medaille gewonnen hatte. Die zuständigen Instanzen des Bundes nahmen die Forderung nach einer verstärkten Unterstützung des Leistungssports auf. Unter der Leitung des Bundes wurde 1966 das Nationale Komitee für Elitesport (NKES) als Steuerungsgremium für den nationalen Leistungssport gegründet. In der Folge wurde an der ETS eine nationale Trainerausbildung konzipiert. Sodann wurden den Verbänden vereinzelt Sportlehrpersonen der ETS als Trainerinnen und Trainer zur Verfügung gestellt, während in Magglingen Spitzensportlern Unterkunft und Trainingsmöglichkeiten angeboten wurden. Schliesslich wurde an der ETS ein Forschungsinstitut aufgebaut, das vor allem der Förderung des Leistungssports diente.
Nach vorwiegend erfolgreichen Jahren folgte der nächste Tiefpunkt des schweizerischen Leistungssports zu Beginn der neunziger Jahre. Die Schweizer Delegation erzielte sowohl an den Olympischen Sommerspielen in Barcelona (1992) als auch an den Winterspielen in Albertville (1992) schwache Resultate. Die Eidg. Sportschule Magglingen (ESSM, früher ETS) nahm dies zum Anlass, durch zusätzliche Massnahmen im Bereich Ausbildung, Forschung und Beratung einen Beitrag zur positiven Entwicklung des Leistungssports zu leisten.
2.1.2 Neuere Entwicklungen
Durch den Zusammenschluss des Schweizerischen Landesverbandes für Sport (SLS), dem SOC und der NKES wurde 1997 der Dachverband Swiss Olympic Association errichtet. Damit wurden für den Leistungssport neue organisatorische und strategische Grundlagen geschaffen und die Verbindung zum Breitensport gestärkt. Gegenwärtig ist Swiss Olympic damit beschäftigt, das neu konzipierte Verbands-Fördersystem im Leistungssport umzusetzen.
Mit der Überführung der ESSM in ein neu errichtetes Bundesamt für Sport BASPO anlässlich der Verschiebung des Aufgabenbereichs Sport vom EDI in das VBS im Jahre 2000, erfuhr die Sportförderung des Bundes im allgemeinen und die leistungsorientierte Nachwuchsförderung im Besonderen eine wesentliche Stärkung. Ausdruck dieser Entwicklung war unter anderem das ebenfalls im Jahr 2000 vom Bundesrat verabschiedete Konzept für eine Sportpolitik der