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Vernehmlassung 2015/58: Konzeptbericht Mobility Pricing · 68 Seiten

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Aufbauend auf den Erkenntnissen aus dem Mobility Pricing Synthesebericht 20074 und der unter Fussnote 1 genannten Literatur beinhaltet der Konzeptbericht insbesondere Aussagen zu folgenden Grundsatzfragen:

 Was ist Mobility Pricing?

 Welches Ziel wird mit Mobility Pricing verfolgt?

 Was kann Mobility Pricing zur Bewältigung der Verkehrsprobleme beitragen?

 Was bedeutet Mobility Pricing für Strasse und Schiene?

 Welche Modellvarianten von Strasse und Schiene könnten im Schweizer Kontext zur Lösung ak-

tueller und künftiger Probleme zielführend sein?

 Welche Synergien und Grenzen beinhaltet ein verkehrsträgerübergreifender Ansatz?

 Was für Auswirkungen kann Mobility Pricing für Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt haben?

1.2. Herausforderungen von Strasse und Schiene

Der Verkehr wächst seit Jahren stetig. Ursachen dafür sind u.a. das Bevölkerungswachstum, die real gestiegenen Haushaltseinkommen und die zunehmende räumliche Zweiteilung von Wohnen und Arbeiten, wobei Arbeitsplätze hauptsächlich in den Zentren geschaffen werden, während sich die Bevölkerung aufgrund knapper Wohnangebote und steigender Immobilienpreise zunehmend in den Agglomerationen ansiedelt.5 Die Verkehrsleistung6 in der Schweiz erreichte 2012 rund 123 Milliarden7 Personenkilometer (Pkm).8 Dabei entfielen 74 Prozent auf den privaten motorisierten Individualverkehr (MIV), dessen Leistung sich seit 1970 verdoppelte. Die Verkehrsleistung des öV nahm über die gleiche Zeitperiode ebenfalls um den Faktor zwei zu, bleibt aber mit 19 Prozent Anteil hinter dem MIV zurück.

Zwischen 1980 und 2012 sind die Transportleistungen9 auch im Güterverkehr stark angewachsen.10 Zugelegt haben sowohl der Strassen- als auch der Schienengüterverkehr. Während die Transportleistung des Strassengüterverkehrs seit 1980 um 151 Prozent angestiegen ist, betrug der Zuwachs auf der Schiene 26 Prozent. Entsprechend hat sich der Modal Split11 zugunsten der Strasse entwickelt. 1980 betrug der Anteil der Schiene gesamtschweizerisch 53 Prozent, 2012 noch 36 Prozent.12

4 Mobility Pricing Synthesebericht, Forschungsauftrag VSS 2005/910, 2007, http://www.astra.admin.ch/ themen/00901/index.html?lang=de.

5 Zürich und Genf hilft wohl nur «Road Pricing», Credit Suisse Economic Research, März 2014.

6 Die Summe aller auf dem Land zurückgelegten Distanzen.

7 Zum Vergleich: Dies entspricht rund 800-mal der Distanz zwischen der Erde und der Sonne (~ 150 Millionen Kilometer).

8 http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/11/04/blank/01.html, Stand Dezember 2012 (Verwendung der Zahlen 2012 für Vergleichbarkeit mit den Zahlen Transportleistung Güterverkehr).

9 Transportleistung ist eine statistische Kennzahl für die Messung der Beförderungsleistung im Güterverkehr, errechnet als Produkt aus dem Gewicht der beförderten Güter und der Versandentfernung.

10 Botschaft zur Schaffung eines Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrs-Fonds (NAF), zur Schliessung der Finanzierungslücke und zum Strategischen Entwicklungsprogramm (STEP) Nationalstrassen (NAF- Botschaft).

11 Verteilung der Transportaufkommen auf die verschiedenen Verkehrsträger (Modi).

12 Im alpenquerenden Güterverkehr liegen die Verhältnisse anders: Die auf der Schiene durch die Alpen transportierte Gütermenge nahm 2013 gegenüber 2012 um 6 Prozent zu, die auf der Strasse um 5 Prozent ab. Der Bahnanteil (Modalsplit) erhöhte sich von 63,4 Prozent auf 66,0 Prozent (Vgl. Bundesamt für Verkehr (2014), Güterverkehr durch die Schweizer Alpen 2013, Bern).