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Vernehmlassung 2015/58: Konzeptbericht Mobility Pricing · 68 Seiten
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Die Mobilitätsnachfrage wird aufgrund der aktuellen demographischen, wirtschaftlichen, technologischen und räumlichen Entwicklung weiter wachsen.13 Gemäss Modellrechnungen14 des Bundesamts für Raumentwicklung (ARE) ist davon auszugehen, dass die Verkehrsleistungen auf Strasse und Schiene zwischen 2010 und 2030 um rund einen Viertel ansteigen werden. Beim MIV ist mit einem Wachstum von 19 Prozent, beim öV von 50 Prozent15 zu rechnen. Betrachtet man den Modal Split zwischen MIV und öV, so gewinnt der öV Anteile gegenüber dem MIV von 4 Prozentpunkten und steigt bis im Jahr 2030 auf einen Anteil von 25 Prozent.
Abbildung 1: Entwicklung der Verkehrsleistungen (Pkm) 2010–203016
Verkehrs-
Verkehrsleistungen Veränderung
2010 (BFS) Anteile perspektive Anteile
Personenverkehr 2010-2030
2030 (ARE)
öV* 23.2 Mrd. Pkm 21% 34.9 Mrd. Pkm 25% +50% MIV** 88.0 Mrd. Pkm 79% 104.3 Mrd. Pkm 75% +19% Total 111.2 Mrd. Pkm 100% 139.2 Mrd. Pkm 100% +25%
* Beinhaltet Eisenbahn, Tram, Trolleybus, Autobusse
** Beinhaltet inländische und ausländische Personenwagen und Motorräder (ohne private Gesellschaftswagen )
Mit der starken Zunahme der Verkehrsleistung auf Strasse und Schiene sind drei Hauptherausforderungen verbunden:
Kapazitätsprobleme: Infrastruktur ist ein knappes Gut. Zu Spitzenzeiten treten sowohl auf dem
Strassen- als auch auf dem Schienennetz zusehends Kapazitätsprobleme auf. Diese bestehen hauptsächlich in grossen Städten und Agglomerationen sowie an weiteren neuralgischen Stellen. Die Bereitstellung der Verkehrsinfrastruktur und -leistungen ist mehrheitlich Aufgabe der öffentlichen Hand. Es erfolgt jedoch kaum eine Koordination des Angebots und der Nachfrage von Mobilität über den Markt. Da der einzelne Nutzer heute nicht sämtliche von ihm verursachten Kosten trägt, sondern die Gesellschaft diese «mitfinanziert», kann dies zu einer Übernachfrage bzw. Übernutzung des begrenzten Angebots führen.17
Nachfolgende zwei Abbildungen zeigen illustrativ morgendliche und abendliche Verkehrsspitzen auf.
13 + 23,7 Prozent bis 2030 (~0.7 Prozent p.a.) für die gesamte Fahrleistung gemäss Basisszenario zukünftige Verkehrsentwicklung. Dabei ist im Schienenverkehr von einem deutlich höheren Wachstum als im Strassenverkehr auszugehen (Perspektiven des schweizerischen Personenverkehrs bis 2030, ARE, 2006).
14 Ergänzungen zu den schweizerischen Verkehrsperspektiven bis 2030, ARE, 2012.
15 Gemäss der Botschaft zu Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur (FABI) ist zu erwarten, dass der Personenverkehr auf der Schiene bis 2030 um 60 Prozent wachsen wird (Vgl. Botschaft vom 18. Januar 2012 zur Volksinitiative «Für den öffentlichen Verkehr» und zum direkten Gegenentwurf (Bundesbeschluss über die Finanzierung und den Ausbau der Eisenbahninfrastruktur, FABI-Botschaft), (BBl 2012, 1577). FABI wurde am 21. Juni 2013 vom Parlament verabschiedet. Am 9. Februar 2014 haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger die Vorlage angenommen.
16 Ergänzungen zu den schweizerischen Verkehrsperspektiven bis 2030, ARE, 2012.
17 Brennpunkt Road Pricing – eine Option für die Schweiz? Swiss Issues Wirtschaftspolitik, Economic Research Credit Suisse, 2008.