Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2019/32: Erläuternder Bericht zur internationalen Zusammenarbeit 2021-2024 · 51 Seiten

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Grafik 6: Übersicht über die wirtschaftliche Entwicklungszusammenarbeit des WBF

Schaffung und Stärkung zuverlässiger Rahmenbedingungen: Der erste Ansatz konzentriert sich auf die Umsetzung und Stärkung einer wirksamen Fiskal-, Finanz- und Geldpolitik, eines regelbasierten Handelssystems und einer ausgewogenen Handelspolitik, eines günstigen Geschäftsumfelds sowie einer nachhaltigen Stadtentwicklung. Die Mobilisierung einheimischer Ressourcen, insbesondere aus dem Rohstoffsektor, und deren verantwortungsvoller Einsatz sind für öffentliche Finanzsysteme unverzichtbar. Die Schweiz wird sich weiterhin für ein besseres Steuer- und Schuldenmanagement sowie für die Stärkung der Finanz- und Kapitalmärkte einsetzen, unter besonderer Berücksichtigung der Klimarisiken. Der Stärkung und Modernisierung von lokalen öffentlichen Finanzverwaltungen und inländischen Kapitalmärkten wird in Zukunft eine wachsende Bedeutung zukommen. Dies sollte insbesondere urbanen Zentren eine umsichtige Planung ihrer Infrastrukturvorhaben ermöglichen. Aus diesem Grund unterstützt die Schweiz die Erarbeitung sektorübergreifender Strategien für die Stadtplanung und -entwicklung, Investitionen in den Bereichen Wasser, Energie, öffentlicher Verkehr und Reduktion von Klimarisiken sowie Verbesserung des Managements öffentlicher Betriebe. Zudem empfiehlt sich die Nutzung der Möglichkeiten, welche digitale Technologien bei der Steigerung von Wirksamkeit und Effizienz der Verwaltung, beim Abbau bürokratischer Hürden und bei der Korruptionsprävention bieten.

Die Schweiz wird sich auch weiterhin dafür einsetzen, dass die Entwicklungsländer das Potenzial von Handelsabkommen voll ausschöpfen und unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten am internationalen Handel teilnehmen. Priorität hat dabei die Unterstützung beim Aufbau moderner und effizienter Prozesse und Systeme für den Handel mit Waren und Dienstleistungen sowie die Verbesserung der Arbeitsmarktbedingungen. Diese Massnahmen stärken die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen in Entwicklungsländern und tragen gleichzeitig zur Umsetzung der Freihandelspolitik der Schweiz bei. Darüber hinaus stärkt die Schweiz die Fähigkeit der Entwicklungsländer, bei Handelsgesprächen ihre eigenen Interessen wirkungsvoll zu verfolgen.

Unterstützung innovativer privatwirtschaftlicher Initiativen: Mit dem zweiten Ansatz sollen der Zugang zu langfristigem Kapital und nachhaltiger Finanzierung erleichtert, die Integration von Unternehmen und Produzenten in nachhaltige Wertschöpfungsketten gefördert sowie ein verantwortungsvolles Unternehmertum und die Berufsbildung gestärkt werden. 90 Prozent aller Arbeitsplätze weltweit entfallen auf den Privatsektor. Er ist ein wichtiger Motor des Wirtschaftswachstums und generiert Ideen für Produkte und Dienstleistungen, die eine nachhaltige Entwicklung fördern. Zusammen mit privaten Akteuren unterstützt die Schweiz die Entwicklung nachhaltiger Finanzprodukte und innovativer Finanzierungslösungen wie «grüne» Kreditlinien, welche Unternehmen einen besseren Zugang zu Finanzierung für nachhaltige Projekte ermöglichen und Banken neue Investitionsmöglichkeiten eröffnen. Das Engagement für wirkungsorientierte Investitionen (Impact Investment) wird ausgebaut. Hierbei ist das wichtigste Instrument die SIFEM, die Entwicklungsfinanzierungsgesellschaft des Bundes, die in Zukunft stärker in die wirtschaftliche Entwicklungszusammenarbeit eingebunden wird.

Erläuternder Bericht zur internationalen Zusammenarbeit 2021–2024 (02.05.2019)