Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2019/32: Erläuternder Bericht zur internationalen Zusammenarbeit 2021-2024 · 51 Seiten

Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 25Fedlex · Erläuternder Bericht

Die Schweiz engagiert sich auch für Nachhaltigkeitsstandards, die ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Handel mit Rohstoffen und Agrarprodukten sowie in der Textilindustrie sind. Bei den Verhandlungen zu Freihandelsabkommen setzt sie sich ein für die Aufnahme von geltenden Handels- und Nachhaltigkeitsstandards. Gefördert wird die nachhaltige Entwicklung in spezifischen Wertschöpfungsketten, die für die Entwicklungsländer von besonderer Bedeutung sind und wo die Schweiz aufgrund ihrer Expertise und Position im Welthandel einen relevanten Beitrag leisten kann. Dazu gehören der nachhaltige Tourismus, landwirtschaftliche Rohstoffe wie Kakao oder Kaffee sowie der Handel mit mineralischen Rohstoffen. In diesen Bereichen unterstützt die Schweiz die Entwicklungsländer bei der Weiterbildung ihrer Arbeitskräfte. Bei ihren Projekten und Programmen achtet die Schweiz auf die Einhaltung der Menschenrechte sowie der internationalen Arbeits- und Sozialstandards. Durch die Förderung des Dialogs zwischen Behörden und Privatsektor trägt sie dazu bei, dass Ausbildungsprogramme den Bedürfnissen des Arbeitsmarkts entsprechen. Die so ausgebildeten Fachkräfte verbessern sowohl die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen als auch ihre eigenen Beschäftigungs- und Einkommensperspektiven.

Die Aktivitäten des WBF tragen auch zur Lösung globaler Herausforderungen in Bereichen wie Finanzen und Handel, Migration, Klimawandel sowie Wasserversorgung und -bewirtschaftung bei, während diejenigen des EDA ebenfalls zur wirtschaftlichen Entwicklung beitragen.

Globalprogramme (EDA)

Globale Herausforderungen können nicht

von einem Land im Alleingang bewältigt

werden, sondern erfordern naturgemäss

kollektives Handeln als Ergänzung zu

nationalen Bemühungen. Über die

Globalprogramme des EDA versucht die

Schweiz, allgemein anerkannte Standards

zu beeinflussen und zu etablieren, um zur

Bewältigung dieser Herausforderungen

beitragen zu können. Die Schweiz beteiligt

sich an zwischenstaatlichen Prozessen,

globalen und regionalen Initiativen sowie

an innovativen Aktionen in ausgewählten

Ländern, um auf den internationalen

normativen Rahmen Einfluss zu nehmen.

In der grenzüberschreitenden und

sektorübergreifenden Zusammenarbeit

werden neue Finanzierungsinstrumente Grafik 7: Handlungsgrundsätze der Globalprogramme

eine immer wichtigere Rolle spielen. Das

EDA konzentriert sich in seinen Aufgabenbereichen mit einem Engagement von durchschnittlich 30 Millionen Franken pro Jahr und pro Programm auf die folgenden fünf globalen Herausforderungen: Migration, Klimawandel, Wasser, Ernährungssicherheit und Gesundheit.66

1. Das Globalprogramm Migration und Entwicklung wird den Schwerpunkt auf Regionen legen, die für

die Schweiz migrationspolitisch von Bedeutung sind. Es trägt massgeblich zum Auftrag bei, die IZA und die Migrationspolitik strategisch zu verknüpfen (Ziff. 2.4.2) und verfolgt dabei einen globalen Ansatz. In Zukunft wird es auch darum gehen, bewährte Praktiken und Erfahrungen entlang der Migrationskorridore in Südasien, im Mittleren Osten und in Afrika zu reproduzieren mit dem Ziel, den Schutz von Migrantinnen und Migranten zu verbessern und ihren Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung im Herkunftsland und im Gastland zu maximieren. Zu diesem Zweck wird das Programm die Zusammenarbeit insbesondere mit dem Privatsektor und mit Städten, aber auch mit Schweizer Forschungseinrichtungen verstärken.

2. Das Globalprogramm Klimawandel und Umwelt wird den Schwerpunkt auf die Umsetzung

innovativer Lösungen legen, die auf schweizerischem Know-how und wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren. Das Programm fördert eine nachhaltige und emissionsarme Entwicklung sowie die Eindämmung der Umweltverschmutzung, die Anpassung an den Klimawandel und die nachhaltige Bewirtschaftung städtischer und ländlicher Gebiete (vor allem Berg- und Waldgebiete), insbesondere im Hinblick auf erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Abfallbewirtschaftung. Es setzt sich für eine Stärkung der Wirksamkeit multilateraler Finanzierungsmechanismen für Klima- und Umweltmassnahmen ein und beteiligt sich an deren Finanzierung. Die Koordination zwischen den betroffenen Departementen (EDA, WBF und UVEK) wird von einer interdepartementalen Struktur gewährleistet.

66 www.deza.admin.ch > Aktivitäten und Projekte > Aktivitäten > Globale Herausforderungen > Globale Projekte Erläuternder Bericht zur internationalen Zusammenarbeit 2021–2024 (02.05.2019)