Vorlage

Vernehmlassung 2019/47: Bericht über Vision, Strategie und Konzept zum Leitungskataster Schweiz (Bericht Leitungskataster Schweiz) · 40 Seiten

Fedlex · Vorlage · Seite 7Fedlex · Vorlage

Vision LKCHEs ist davon auszugehen, dass an die Herausforderungen betreffend Doku-

mentation der Versorgungs- und Entsorgungsinfrastrukturen in absehbarer Zeit nicht von alleine herangegangen wird. Daher schlägt der Bericht vor, dass der Bund in enger Zusammenarbeit mit den betroffenen Partnern, insbesondere den Kantonen, einen Leitungskataster Schweiz (LKCH) aufbaut. Durch die Koordination und Vereinheitlichung auf nationaler Ebene können vollständigere, aktuellere, homogenere und flächendeckendere Leitungsinformationen als bisher bereitgestellt werden.

Das Vorgehen leitet sich aus der folgenden Vision ab:

Die ober- und unterirdische Raumnutzung durch Infrastrukturen der Ver- und Entsorgung wird schweizweit homogen, verlässlich und zeitgemäss dokumentiert, um die Schadensrisiken an Infrastrukturen bei Interventionen und Bauarbeiten im Untergrund zu reduzieren, die Digitalisierung in Planung, Projektierung, Bau sowie weiterer raumrelevanter Prozesse und Vorhaben im Sinn der E-Government-Strategie Schweiz zu unterstützen und damit einen Beitrag zur sicheren Versorgung der Gesellschaft mit Energie, Wasser und Kommunikation sowie zur Entsorgung zu leisten.

Basisetappe Kernstück der Umsetzung des Leitungskatasters Schweiz LKCH ist die Basise-(«MUSS») und

optionale tappe («MUSS»). Sie kann später mit optionalen Erweiterungen («KANN») er-Erweiterungen gänzt werden.

(«KANN»)

Die Basisetappe («MUSS») hat zum Ziel, rasch schweizweite, homogene LK-Daten bereitzustellen, damit diese für die Zwecke Information und Planung – zum Beispiel mittels Darstellungs- und/oder Downloaddienst – genutzt werden können. Sie startet damit, die bereits vorhandenen Daten zusammenzuführen. Dabei unterstützt das verwendete Datenmodell auch 3D-Daten.

Die optionalen Erweiterungen («KANN») haben zum Ziel, die Datenbasis des LKCH zu nutzen, um Mehrwerte in den Bereichen Bauprojekte (Projektierung und Baubewilligung) und Grundbuch (Dienstbarkeiten) zu schaffen. Ebenso wird damit ein substantieller Umsetzungsbeitrag zur E-Government-Strategie von Bund, Kantonen und Gemeinden geleistet. Dabei wird der LKCH «nur noch» durch die Bereitstellung von automatisierten Prozessen für die obigen drei «KANN» -Zwecke weiterentwickelt, und – falls nötig – der inhaltliche und qualitative Umfang der Basisetappe optimiert. Diese optionalen Erweiterungen können jeweils unabhängig voneinander früher oder später umgesetzt werden. Deren Umsetzung ist wesentlich, aber bewusst als «KANN» deklariert. Damit besteht eine hohe Flexibilität in der Umsetzung.

Nutzen und Mehr- Mit dem LKCH werden verschiedene Nutzen und Mehrwerte geschaffen. Die werte

Homogenität und Flächendeckung im Datenbestand führt zu Effizienzgewinnen für Planung, Projektierung und Bau bei Wirtschaft, Behörden und Bevölkerung. Das Potential zur Schadensvermeidung aufgrund einfach verfügbarer Leitungsdaten wird aufgrund von Erfahrungen schweizweit im ein- bis zweistelligen Millionenbereich pro Jahr liegen. Bei der Planung, Projektierung, Bewilligung, Ausführung und dem Unterhalt der Infrastrukturen für die Ver- und Entsorgungen liegt aufgrund von Prozessoptimierungen das Potential – unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Ausgangslagen in den Kantonen und Städten – bei rund 24 Millionen Franken pro Jahr. Rund 50 % davon werden in der Basisetappe («MUSS») generiert, die restlichen 50 % über die optionalen Erweiterungen («KANN»).

Leitungskataster Schweiz (LKCH); Vision, Strategie und Konzept 7/40 20190524LKCH-Bericht_vision_strategie_konzept_v1p16_DE