Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2020/27: Revision der Stromversorgungsverordnung (Art. 8a) · 12 Seiten
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Aktenzeichen: BFE-011.0-1/13/7
2.2.8 Forderung nach einer Standardisierung der Datenformate
Die Kantone SO, AI und GR, die Verbände VSE, VESE, swissmig und SIA, Gantrisch Energie und der Schweizerische Städteverband weisen darauf hin, dass die Formate der Messdaten geklärt und standardisiert werden müssten.
Der Kanton AI fordert insbesondere, dass die Anforderungen an das Datenformat klarer definiert werden. Mit der Anforderung «international übliches Datenformat» sei nicht gesichert, dass die Endkundinnen und Endkunden mit den erhaltenen Daten etwas anfangen können.
In diesem Sinne fordert auch der Kanton GR die Einführung einer Pflicht zur Implementation bzw.
Harmonisierung einer einheitlichen Schnittstelle für die Steuerung der Flexibilität für neue Geräte,
welche ein Flexibilitätspotenzial besitzen (Wärmepumpen, Boiler, Geräte mit Akkumulatoren,
Kochherde, Waschmaschinen, Backöfen usw.).
Groupe E gibt weiter zu bedenken, dass es keinen weltweiten Standard für die Schnittstelle zwischen dem Home-Area-Netzwerk und dem Smart Meter gibt. Der einzige auf dem Markt verfügbare
«Standard» für die lokale Schnittstelle sei der Port P1 gemäss der niederländischen Norm «Dutch Smart Metering Requirement» (DSMR). Über diese Schnittstelle werden Meldungen an die an den Zähler angeschlossenen Geräte verschickt. Die bereitgestellten Daten sind ebenfalls spezifiziert.
Hingegen bietet diese Schnittstelle keine Möglichkeit, Daten in einem international üblichen Format herunterzuladen.
Gantrisch Energie AG (GEAG) kritisiert das Fehlen von Präzisierungen zum Datenformat und zur Kundenschnittstelle sowie die Tatsache, dass es die Branche und der Gesetzgeber bisher verpasst hätten, sich auf eine Spezifikation eines einheitlichen Datenformats und Kommunikationsprotokolls sowie einer einheitlichen Schnittstelle zu einigen. Ein übliches Datenformat und ein Hinweis auf Kommunikationsnormen genügten kaum, um Innovationen zu ermöglichen. Dies stehe im deutlichen Gegensatz zu der Lage beispielsweise in den Niederlanden, wo vor Jahren der Standard DSMR auf dem Port P1 der lokalen Kundenschnittstellen gefördert, vorgeschrieben und detailliert öffentlich publiziert worden sei. Dieser Standard sei von Luxemburg und Belgien übernommen worden. Dadurch habe sich ein effizienter Markt für lokale Visualisierungen etablieren können, und weitere
Anwendungen der Energiedaten für die lokale Leistungssteuerung seien einfach möglich. In der Schweiz müsse für solche Zwecke ein zusätzlicher privater Energiezähler installiert werden. Mit einer einfach zugänglichen Kundenschnittstelle könne diese Ressourcenverschwendung erheblich
eingedämmt werden. GEAG beantragt weiter eine Verpflichtung der VNB, den Nutzerinnen und Nutzern auf Antrag eine vollständige Spezifikation der Kundenschnittstelle zur Verfügung zu stellen. Dabei genüge es nicht, lediglich auf Protokollstandards wie «M-Bus» oder «IEC 62056» zu verweisen, weil solche Standardprotokolle eine ganze Palette von wählbaren Konfigurationsvarianten zuliessen. Eine präzise technische Dokumentation sei unverzichtbar.
GEAG empfiehlt weiter, die ausschliessliche Verfügbarkeit der Daten über einen Cloudservice
abzulehnen; dies könne aber optional angeboten werden. Damit wäre es trivial, den Bürgerinnen und Bürgern einen Zugang zur Gesamtheit ihrer Daten über einen eingebauten Webserver (inkl. einer verständlichen Visualisierung) anzubieten, welche mit jedem Webbrowser lokal dargestellt werden könnte. Solche WiFi-Schnittstellen seien heute bereits in sehr vielen Elektronikkomponenten und anderen Produkten eingebaut, die im Smart-Home-Umfeld häufig genutzt werden, und für 15 bis 30 Franken leicht erhältlich. Der VESE zielt in seiner Stellungnahme in dieselbe Richtung. Mehrere Verbandsmitglieder hätten darauf hingewiesen, dass die grundsätzliche Problematik darin bestehe, dass es keine einheitliche, langfristig stabile Schnittstelle für die Kundendaten gibt. Dies mache es in der Praxis fast unmöglich, die bestehende Messinfrastruktur bei den Prosumern und in Home-Area-Netzwerke einzubinden. In der Praxis würden deswegen parallele Zählersysteme eingebaut, welche technische Redundanzen, Kosten sowie ökologische Belastungen generierten. Dies liesse sich durch einen schweizweiten, einheitlichen Kommunikationsstandard einfach verhindern, wie dies in den Niederlanden, Belgien und Luxemburg der Fall ist.
Die Grünliberalen begrüssen insbesondere den offenen Datenzugang für Drittanbieter, wie er im geltenden Recht (Art. 8a Abs. 1 StromVV) geregelt ist. Um dies zu ermöglichen, müssten die
Schnittstellen standardmässig «geöffnet» werden.
Der SIA weist darauf hin, dass normierte Schnittstellen und normierte Messdatenformate die
Grundlage für eine effiziente Datenanbindung und einen effizienten Datenaustausch sind. Ohne
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