Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2020/5: Bundesgesetz über die Verminderung der Risiken durch den Einsatz von Pestiziden · 71 Seiten

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4.3.4 Erläuternder Bericht

 EAWAG, Wissenschf, CH, WWF, SGB, VSA: Berücksichtigung von Drainage im Indikator

und in der Zulassung

Drainage wird in der Zulassung zurzeit nicht hinreichend berücksichtigt. Auch fehlen Massnahmen zu Reduktion der Exposition durch Drainage. Drainage ist aber ein wichtiger Eintragsweg für PSM in die Gewässer. Der Indikator sollte das also berücksichtigen. Gleichzeitig müsste hierzu weitere Forschung betrieben werden, auch um die Expositionsabschätzung in der Zulassung zu verbessern.

 EAWAG, Wissenschf, CH, WWF, SGB: geplante Konkretisierungen, S. 20 ff:

Die Erarbeitung der Risikoindikatoren soll unter Beteiligung von Experten aus allen relevanten Bereichen erfolgen, konkret auch Experten im Bereich Umweltmonitoring von Pestiziden sowie jene Experten, die die am 01.04.2020 in die GSchV aufgenommenen numerischen Anforderungen für Oberflächengewässer hergeleitet haben

Der erläuternde Bericht berücksichtigt noch nicht die GSchV vom 01.04.2020. Es wird zwar keine Methode zur Herleitung der Indikatoren genannt, es gibt aber starke Ähnlichkeiten mit den Agrarumweltindikatoren nach Synops wie sie kürzlich von Laura de Baan (Agroscope) veröffentlicht wurden (L. de Baan / Science of the Total Environment 715 (2020) 136881). Dieser Indikator hat keinen direkten Bezug zu den Risiken nach Anhang 2 GSchV und bezieht sich allein auf das Risikobewertungssystem der Pflanzenschutzmittelzulassung.

Es muss unserer Ansicht nach vermieden werden, dass im Jahr 2027 zwar gemäss dem Indikator eine 50%ige Verringerung des Risikos erreicht wird, das Risiko nach GSchV allerdings deutlich weniger verringert wurde. Daher sollte die Risikobewertung nach GSchV in den Indikator einfliessen.

Überprüfung der Wirksamkeit von Risikominderungsmassnahmen, bevor diese in den Indikator einfliessen.

Für viele Massnahmen zur Reduktion der Exposition fehlen belastbare Studien. Es ist daher unklar, ob die verfügten Massnahmen die Exposition tatsächlich in dem Masse mindern können, wie in der Zulassung angenommen. So haben Analysen des Umwetbundesamts in

Deutschland gezeigt, dass Monitoringergebnisse darauf hindeuten, dass die Eintragsminderung von Mulchsaat für Nicosulfuron deutlich überschätzt wird.

 EAWAG, Wissenschf. CH: «Mit den aktuell zur Verf ü gung stehenden Daten lässt sich auf Basis der jährlich erhobenen und schweizweit verf ü gbaren Verkaufszahlen f ü r PSM, der Toxizität der Wirkstoffe und der Massnahmen zur Reduktion der Exposition ein Indikator entwickeln, der das potenzielle Risiko von PSM abbildet.»

Es lässt sich anhand der Verkaufszahlen alleine die Exposition der Gewässerorganismen gegenüber einem bestimmten Wirkstoff nicht genau bestimmen, da gemäss Pflanzenschutzmittelverzeichnis für jedes Produkt andere Aufwandmengen und Auflagen verfügt sind. Besonders für Produkte mit mehr als einem Wirkstoff kann es dort grössere Abweichungen geben. Wir begrüssen, dass neu alle Anwendungen genau erfasst werden sollen. Dies wird die Expositionsabschätzung sicher genauer machen. Allerdings soll mit dem Indikator ja eine Verbesserung zu den Jahren 2012-2015 festgestellt werden. Für diese Jahre fehlen die genauen Anwendungsdaten jedoch. Dies beeinträchtigt die Aussagekraft des Indikators.

Abstimmung der Auflösung des Indikators mit der geplanten Branchenspezifität

Die Branchen sollen Massnahmen definieren (planen, quantifizieren, publizieren). Dazu

mü ssten sie wissen, woher das Risiko kommt (Eintragspfad, Zeitpunkt, Kultur). Das würde durch einen nationalen Indikator pro WS nicht berechnet, es bräuchte zumindest branchen- 64/71 spezifische Ergänzungen.