Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2023/102: 2. Etappe zur Umsetzung der Volksinitiative «Für eine starke Pflege (Pflegeinitiative)»: Bundesgesetz über Arbeitsbedingungen in der Pflege und Änderung des Bundesgesetzes über die Gesundheitsberufe · 56 Seiten
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3500 Die Diplomabschlüsse Pflege haben sich in 3000 den letzten zehn Jahren positiv entwickelt. 2500 Bei den Bachelortiteln (BSc) von 716 auf 2000 1146 Abschlüsse, bei den Pflegefachperso-1500 nen HF von 1108 auf 2142. Auf Tertiärstufe 1000
stellen die höheren Fachschulen (HF) fast 500
zwei Drittel der Abschlüsse diplomierter 0
Pflegefachpersonen, während auf den BSc 20122013201420152016201720182019202020212022 in Nursing rund ein Drittel der Abschlüsse dipl. Pflegefachleute HF fallen.
Bachelor of Science in Nursing
Abschlüsse diplomierter Pflegefachpersonen HF sowie des Stu-
diengangs Bachelor of Science in Nursing zwischen 2012 und
2022 (Quelle BFS)
Auf Stufe Master of Science (MSc) bewegen
Master of Science in Nursing
sich die Abschlüsse in einem kleinen Be-200 reich, haben sich aber im Lauf der letzten180 zehn Jahre mehr als verdoppelt. Sie werden 160
140 von diversen FH sowie von den Universitä-120 ten Basel und Lausanne angeboten. Dabei100 werden sowohl Masterstudiengänge mit kli-80
nischer wie auch solche mit forschungsori-60
40 entierter Ausrichtung angeboten.
20
0
20122013201420152016201720182019202020212022
Abschlüsse des Studiengangs Master of Science in Nursing zwi-
schen 2012 und 2022 (Quelle BFS)
1.6 Bedarf an neuen Versorgungsmodellen und neuen Berufsprofilen
Die Zunahme chronischer Erkrankungen aufgrund der demografischen Alterung führt zu einer steigenden Nachfrage nach Leistungen der medizinischen Grundversorgung. Mit der Zunahme multimorbider hochaltriger Patientinnen und Patienten steigt die Komplexität der Pflegesituationen an, insbesondere im Bereich der Langzeitpflege. Die Institutionen des Gesundheitswesens sind zunehmend auf hochqualifizierte Pflegefachkräfte angewiesen, die in solchen Situationen in eigener fachlicher Verantwortung handeln können. Gleichzeitig wird die Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung in der Schweiz in den kommenden Jahren durch einen Mangel an qualifiziertem Personal geprägt sein, der unter anderem auf Pensionierungen, frühzeitige Berufsaustritte oder auch vermehrte Teilzeitarbeit zurückgeführt werden kann.
Für die medizinische Grundversorgung zentrale Berufsgruppen sind besonders stark von einem Personalmangel betroffen. Neben den Pflegefachpersonen (vgl. Punkte 1.2 bis 1.4) betrifft dies insbesondere auch die Fachärztinnen und Fachärzte in Psychiatrie und Psychotherapie sowie die Hausärztinnen und Hausärzte20. Nach Angaben der FMH ist jede vierte Ärztin und
20 Burla, L., Widmer, M., Zeltner, C., (2022). Zukünftiger Bestand und Bedarf an Fachärztinnen und Fachärzten in der Schweiz (Obsan Bericht 04/2022), S. 5 10/56