Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2023/17: Botschaft zur Förderung der Kultur in den Jahren 2025–2028 (Kulturbotschaft) · 110 Seiten

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Austausch- und Vernetzungsformate tragen zum Wissenstransfer (z.B. hinsichtlich Rechtsfragen) zwischen erfahrenen und jungen Kreativen und somit zur Steigerung der Qualität von Inhalten und Produktion bei.

Im Bereich Design, wo es in der Schweiz neben den jungen Designstudios auch etablierte Designhersteller gibt, soll der Austausch zwischen den Akteuren systematisiert werden, um neue Zusammenarbeitsmodelle zu ermöglichen. Wichtig bleibt die Unterstützung der Präsenz an Messen und Fachtagungen in der Schweiz.

Internationale Promotion

Die Schweiz hat im Ausland einen ausgezeichneten Ruf im Bereich von Design, neu auch im Game Design. In den kompetitiven internationalen Märkten muss die Sichtbarkeit von Schweizer Design und Game Design entsprechend gefördert werden. Die Präsenz an bedeutenden Plattformen ist dabei für die Kreativen von entscheidender Bedeutung. Zielgerichtete Vernetzungsaktivitäten (Matchmaking) mit der internationalen Industrie ermöglichen Partnerschaften, die den Schweizer Kreativen helfen, ihre Produkte erfolgreich zu realisieren und zu verbreiten.

Sowohl im Games- wie auch im Designbereich gibt es eine verstärkte Nachfrage von ausländischen Herstellern und Verlegern nach Recherchereisen in die Schweiz, um Studios und Kreative kennen zu lernen.

Eine wesentliche Herausforderung für Entwicklerinnen und Designer bleibt der fehlende Zugang zum europäischen Förderprogramm «Creative Europe» und seinem Teilprogramm «ME-DIA», was die Möglichkeiten für europäische Koproduktionen einschränkt (vgl. Ziff. 5.6.3).

Chancengleichheit und Nachhaltigkeit

Obwohl die Game Industrie bei der Gleichstellung der Geschlechter Fortschritte macht, bleibt gemäss Erhebungen der Non-Profit-Organisation «Women in Games» der Anteil an Frauen niedrig (weltweit 24% der Beschäftigten im Jahr 2019, in der Schweiz zeigt sich ein ähnliches Bild).49 Hier gibt es entsprechenden Handlungsbedarf.

Das Designschaffen nimmt sich zunehmend Querschnittsthemen wie Nachhaltigkeit an und sucht vermehrt gesellschaftliche Wirkung. Immer mehr junge Design Studios entwickeln innovative Projekte mit gesellschaftlich relevanten Lösungsansätzen, welche rechercheintensiv sind und nach angemessener Förderung rufen.

Anpassungen in der Periode 2025–2028

Förderung des kreativen Schaffens

Im Bereich Game Design sollen die Produktionsbeiträge erhöht werden. Damit soll die Finanzierung der einzelnen Projekte verbessert und eine Beteiligung industrieller Partner angeregt werden. Diese Massnahme bedingt eine höhere Selektivität in der Förderung.

Austausch im Inland

Um die Entwicklung der Szene dauerhaft zu unterstützen, ist eine Förderung von Vernetzungsaktivitäten zwischen Industrie und Designschaffenden sowie Entwicklern und Entwicklerinnen unerlässlich. Dafür müssen entsprechende Formate wie Peer-to-Peer Meetings oder Game Jams verstärkt werden.

49 Marie-Claire Isaaman & Sharon Tolaini-Sage, The Women in Games Guide: Building a Fair Playing Field, Women in Games, 2022.