Vernehmlassungsvorlagen und erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2023/9: Förderung von Bildung, Forschung und Innovation in den Jahren 2025–2028 (BFI-Botschaft 25–28) · 214 Seiten
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untervertreten. Massnahmen zeigen aber erste Früchte insbesondere bei Neuanstellungen.69 Wie für den Hochschulbereich steht für den Forschungsbereich oft die Gleichstellung der Geschlechter im Vordergrund, wobei die Förderung von Diversität allgemein an Bedeutung gewinnt.
Eine Herausforderung ist die Intersektionalität von Chancengerechtigkeit. Mehrere Dimensionen wie zum Beispiel Migration, Alter, Geschlecht u.a. sind eng miteinander verflochten. Hürden sind zum Teil gesellschaftlich bedingt, weshalb der Abbau von Stereotypen, aber auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als wichtige Ansatzpunkte zur Verbesserung der Situation identifiziert wurden. Dieser eigentliche Kulturwandel hat erst begonnen und dürfte sich mit der nationalen Gleichstellungsstrategie 203070 beschleunigen.
Umsetzung im BFI-Bereich
In allen Bereichen von Bildung, Forschung und Innovation setzt der Bundesrat in den kommenden vier Jahren die Anstrengungen zur Verringerung von Benachteiligung und Ungleichbehandlung fort. Dabei stehen Bund und Kantone zu Fragen der Chancengerechtigkeit im Bildungssystem in einem regelmässigen Dialog. Digitalisierung und Daten71 sind zur Förderung eines gerechten Bildungssystems zu nutzen. Ausserdem werden lebenslanges Lernen und Mobilität für alle gefördert. Innerhalb der einzelnen Stufen des Bildungssystems wird die Integration von benachteiligten Gruppen gefördert (z.B. im Rahmen der Projektförderung gemäss Berufsbildungsgesetz).
Die vom Bund unterstützten Akteure EHB, ETH-Bereich, swissuniversities, SNF, Innosuisse und Akademien haben auch die Frage der Chancengerechtigkeit in ihren strategischen Mehrjahresplanungen vertieft. Für die Förderperiode 2025−2028 sind unter anderem folgende Ausrichtungen und Schwerpunkte formuliert:
− Die EHB plant die Erarbeitung von Laufbahn- und Förderkonzepten für alle Per-
sonalkategorien der Hochschule.
− Der ETH-Bereich führt sein Engagement für Chancengerechtigkeit fort. Mit der
Förderung der Diversität sowie der Schulung von Führungskräften werden insbesondere Mobbing, Diskriminierung und sexuelle Belästigung unterbunden. Ein besonderer Fokus liegt weiterhin auf der Motivation und Förderung von Frauen und Mädchen im MINT-Bereich, wobei auch Wert auf ansprechende Arbeitsbedingungen gelegt wird.
− Die Akademien der Wissenschaften Schweiz engagieren sich für die Vernetzung
von Frauen und für die Verbesserung ihrer Karrieremöglichkeiten in Forschung und Wissenschaft. Sie setzen sich für die Förderung solider MINT-Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen ein und wecken – insbesondere bei Mädchen – das Interesse an MINT-Fächern. Zielgruppe der Förderung von Chancengerechtigkeit sind auch Kinder und Jugendliche aus wissenschaftsfernen oder sozial benachteiligten Milieus.
69 Vgl. Gendermonitoring (www.swissuniversities.ch > Themen > Chancengleichheit & Diversity > Gendermonitoring).
70 Abrufbar unter: www.gleichstellung2030.ch
71 Vgl. Educa (2021): Bericht «Digitalisierung in der Bildung» Kapitel Equity (www.educa.ch > themen > datennutzung > digitalisierung-der-bildung).