Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2024/55: Änderung des Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetzes (HFKG) · 9 Seiten

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1.4 Berichterstattung des SBFI zur Wirkungsanalyse 2023

Die 2023 durchgeführte Wirkungsanalyse9 kam wie bereits die Evaluation 2019 zum Schluss, dass die teilnehmenden Unternehmen, Fachhochschulen, Studierenden sowie Absolvierenden mit PiBS mehrheitlich zufrieden sind. Das Interesse an PiBS hat seit 2015 stetig zugenommen. Sie stellte fest, dass inzwischen sämtliche Fachhochschulen der Schweiz PiBS-Studiengänge in Vollzeit- und/oder Teilzeitmodellen anbieten. Die meisten FH bieten PiBS in zwei bis sechs Studiengängen an. Die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) hat mit elf Studiengängen das grösste PiBS-Angebot. Das Interesse an PiBS nimmt stetig zu: 2015 gab es 32 PiBS-Eintritte, 2022 waren es bereits 128. Insgesamt haben seit 2015 über 500 Personen ein PiBS-Studium aufgenommen. 2019 haben die ersten 20 PiBS-Studierenden ihr PiBS-Studium abgeschlossen. Insgesamt gab es zwischen 2019-2022 117 Absolvierende eines PiBS-Studiums, die Mehrheit an der Fernfachhochschule Schweiz und der ZHAW.

Die FH geben an, dass die Nachfrage nach PiBS gross sei und nicht allen Interessierten ein PiBS-Studium ermöglicht werden könne. Dabei erweisen sich die Plätze in Unternehmen als Nadelöhr, welche gleichzeitig auch den Bedarf regulieren. Das Interesse der Unternehmen an PiBS-Kooperationen steigt tendenziell sowohl bei Grossunternehmen als auch KMU an. In der Regel erfolgt die erste Kontaktaufnahme zwischen FH und Unternehmen von den FH ausgehend oder durch interessierte Studierende. Vermehrt melden sich Unternehmen jedoch auch proaktiv bei den FH. Die in der Studie befragten Unternehmen sind mit PiBS sehr zufrieden und sprechen sich dezidiert für eine Verstetigung des Studienmodells aus.

Im Vergleich zu anderen MINT-Studiengängen ist der Frauenanteil in PiBS-Modellen erhöht. So betrug der Frauenanteil 2021 im Fachbereich Technik und IT im PiBS-Modell 22% (im Vergleich: in herkömmlichen Modellen 12.2%) und im Fachbereich Chemie und Life Sciences 50% (sonst 45.7%). Jedoch sind die Aussagen auf Grund der kleinen Mengengerüste mit Vorsicht zu geniessen.

Die Analyse zeigt zudem, dass der Anteil der PiBS-Studierenden, die ein Studium an einer UH begonnen und abgebrochen haben, hoch ist (ca. 50%). Die Dropout-Quote bei PiBS ist zudem im Vergleich zu sonstigen Studiengängen leicht erhöht (22% vs. 20%), wobei zu berücksichtigen ist, dass ein Vergleich der Befragung aus der Studie mit den Daten des Bundesamtes für Statistik (BFS) schwierig ist. Als Gründe für den Abbruch geben die Befragten insbesondere persönliche Gründe an oder aber, das Studium habe ihnen nicht gefallen bzw. sie seien von der FH zu wenig betreut worden.

Praxisorientierung der PiBS-Studierenden und -Absolventinnen und -Absolventen

Die hohe Praxisorientierung von PiBS ermöglicht es Studierenden, im Laufe ihres Studiums gute praktische Kompetenzen zu erwerben. Leichte Defizite der PiBS-Studienanfängerinnen und -anfängern im Vergleich zu ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen mit anderen Vorbildungen, können schnell aufgeholt werden. Die Unternehmen attestieren den PiBS-Absolvierenden eine hohe Berufs- und Arbeitsmarktfähigkeit. Alle Beteiligten sind mehrheitlich der Meinung, dass PiBS gegenüber der für Gymnasialmaturandinnen und -maturanden üblichen Arbeitswelterfahrung (AWE) ein Vorteil sei. Der Übergang vom Studium in die Arbeitswelt wird durch PiBS erleichtert.

9 www.sbfi.admin.ch => Dienstleistungen => Publikationen => Publikationsdatenbank => Wirkungsanalyse PiBS. 4/9