Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2024/55: Änderung des Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetzes (HFKG) · 9 Seiten
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genommen und festgestellt, dass PiBS-MINT auf mikroökonomischer Ebene einen Beitrag zur Minderung des Fachkräftemangels im MINT-Bereich leistet, im Vergleich zu MINT-Studiengängen insgesamt einen erhöhten Frauenanteil aufweist, die Erfahrungen von allen Beteiligten (Unternehmen, FH, Studierende und Absolvierende) mit PiBS-MINT als positiv beurteilt werden, PiBS-Absolvierende über eine hohe Berufs- und Arbeitsmarktfähigkeit verfügen und von PiBS-MINT auch keine negativen Auswirkungen auf die Bildungssystematik zu erwarten sind (keine Verdrängung von Lehrstellen EFZ oder Gefährdung des Königwegs BM). Aus diesen Gründen hat der Hochschulrat zuhanden des WBF und des Bundesrats beantragt, den Versuch PiBS-MINT zu verstetigen und eine entsprechende Anpassung des HFKG vorzunehmen, damit die FH nahtlos ab 1. Januar 2026 PiBS-Studiengänge im MINT-Bereich anbieten können.
Auch swissuniversities hat als Teilnehmende mit beratender Stimme in der SHK die Verstetigung unterstützt. Die Tripartite Berufsbildungskonferenz (TBBK)11 hat in ihrer Stellungnahme vom 11. Januar 2024 zuhanden der SHK den Vorschlag einer gesetzlichen Verstetigung der Möglichkeit zum Angebot von PiBS, beschränkt auf den MINT-Bereich, ebenfalls zur Kenntnis genommen und sich grossmehrheitlich damit einverstanden erklärt. Sie hat gleichzeitig aber auch aufgrund des geringen Beitrags zur Behebung des Fachkräftebedarfs ihre Skepsis zum Ausdruck gebracht, u.a. die Bedeutung der Berufsbildung als Regelzugang unterstrichen und darauf hingewiesen, dass keine Verwässerung der Profile stattfinden darf. Bei einer Verstetigung hat die TBBK eine Evaluationsklausel gefordert. Zuhanden der SHK hat auch swissmem im Rahmen ihrer Stellungnahme vom 11. Januar 2024 die Verstetigung unterstützt. Kritisch für den Bereich Chemie und Life Sciences äusserte sich scienceindustries in ihrer Stellungnahme an die SHK vom 7. Februar 2024.
1.5 Die beantragte Neuregelung
Ziel der Vorlage ist es, gestützt auf die Ergebnisse der Evaluation 2019 und der Wirkungsanalyse 2023 sowie den Antrag des Hochschulrats der Schweizerischen Hochschulkonferenz den Fachhochschulen fortan die Möglichkeit einzuräumen, das bewährte und evaluierte Studienmodell praxisorientierter Bachelorstudiengänge im MINT-Bereich unbefristet anzubieten und damit ein zusätzliches Instrument zur Linderung des Fachkräftemangels und zur Stärkung der Praxisorientierung der Fachhochschulausbildungen zur Verfügung zu stellen. Dafür bedarf es eines neuen Artikels im HFKG (Entwurf Art. 25a), der die bestehenden Zulassungsvoraussetzungen zu den Fachhochschulen in Artikel 25 HFKG ergänzt. Der Entwurf von Artikel 25a schafft die Grundlage, damit Fachhochschulen Gymnasialmaturandinnen- und -maturanden ohne einjährige Arbeitswelterfahrung sowie Berufsmaturandinnen und -maturanden ohne berufliche Grundbildung in einem dem Fachbereich verwandten Beruf, ohne vorgängige einjährige Arbeitswelterfahrung direkt in entsprechende vierjährige praxisintegrierte Bachelorstudiengänge aufnehmen können. Der Hochschulrat wird in seiner Verordnung vom 20. Mai 2021 über die Zulassung zu den Fachhochschulen und den Fachhochschulinstituten (Zulassungsverordnung FH)12 die weiteren notwendigen Konkretisierungen wie die Studiengänge, die Studiengestaltung sowie die regelmässige Evaluation regeln.
11www.tbbk-ctfp.ch.