Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2025/121: Unterstützung der Kandidatur, Vorbereitung und Durchführung der Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2038 in der Schweiz – Grundsatz- und Planungsbeschluss · 40 Seiten

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3.3 Sicherheit

3.3.1 Sicherheit im öffentlichen Raum

3.3.1.1 Aufgabenteilung Kantone – Bund

Die Gewährleistung der Sicherheit im öffentlichen Raum vor und während den OPWS führt zu einer komplexen Sicherheitsarchitektur, die eine enge Zusammenarbeit aller Partner im Sicherheitsverbund Schweiz erfordert. Dies konnte im Rahmen verschiedener internationaler Sportanlässe erprobt werden, beispielsweise anlässlich der UEFA Women’s EURO 2025 mit einer dezentralen Austragung in acht Schweizer Städten. Verlässliche Aussagen zur Sicherheitslage im Jahr 2038 sind heute nicht möglich. Dennoch können Grundaussagen zu den zu erwartenden Massnahmen gemacht werden:

− Die ordentliche föderale Aufgabenteilung zwischen Städten, Kantonen und Bund im Bereich Sicherheit soll auch während der OPWS 2038 gewahrt werden. Dies war in den letzten Jahrzehnten bei allen Grossanlässen in der Schweiz der Fall. Es gibt keinen Grund, von dieser bewährten Praxis abzuweichen.

− Die Kantone sind für die Gewährleistung der inneren Sicherheit zuständig. Die Gewährleistung der Sicherheit zugunsten der OPWS 2038 ist nur im Verbund von Bund, Kantonen, Austragungsorten und Privaten möglich. Dabei sind die kantonalen und städtischen Polizeikräfte für den gesamten polizeilichen Einsatz (Sicherheits-, Verkehrs- und Kriminalpolizei) im öffentlichen Raum verantwortlich.

− Der Bund nimmt seine eigenen Zuständigkeiten im Bereich der inneren Sicherheit wahr (Wahrung der Lufthoheit, Grenzsicherheit Staatsschutz, völkerrechtliche Schutzpflichten, Koordinationsaufgaben im internationalen Umfeld).

3.3.1.2 Polizeiliches Dispositiv

Eine Machbarkeitsstudie der Konferenz der Kantonalen Polizeikommandantinnen und -kommandanten (KKPKS) vom 14. August 2025 kommt zum Schluss, dass die Sicherheit im öffentlichen Raum während den OPWS 2038 gewährleistet werden kann. Die Studie orientiert sich an den Überlegungen zur UEFA Women's EURO 2025 und an der Kandidatur OPWS 2026 (Sion). Es wird von einer Gesamteinsatzdauer von ca. 75 Tagen, verteilt über mehrere Phasen, ausgegangen. Für die Abdeckung der angedachten polizeilichen Aufgaben in der von der KKPKS umschriebenen Qualität und Quantität müssen die Polizeikorps der Austragungskantone zwingend unterstützt werden.

Die Analyse der KKPKS geht davon aus, dass für die Gewährleistung der Sicherheit der OPWS 2038 aus heutiger Sicht ein polizeilicher Mittelansatz von rund 124’000 Einsatztagen erforderlich ist. Der Bedarf an Polizeileistungen ist je nach Phase unterschiedlich. Am meisten Einsatzkräfte (3'600 pro Tag) werden während der Wettkampfphase benötigt, am wenigsten (1'500 pro Tag) während den Paralympischen Winterspielen. Zum Vergleich: Während des jährlichen Meetings des Word Economic Forum (WEF) in Davos werden an den Spitzentagen jeweils rund 1'500 Einsatzkräfte benötigt.