Erläuternder Bericht - TBDV
Vernehmlassung 2026/47: Befristete Revision von Verordnungen des Lebensmittelrechts betreffend PFAS in Lebensmitteln und Aktualisierung der Höchstwerte im Trinkwasser · 3 Seiten
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Eidgenössisches Departement des Innern EDI
Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV
Lebensmittel und Ernährung
Erläuterungen zur
Änderung der Verordnung des EDI über Trinkwasser
sowie Wasser in öffentlich zugänglichen Bädern und
Duschanlagen
(TBDV, SR 817.022.11)
vom …
I. Ausgangslage
Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) werden seit ein paar Jahren verbreitet in der Umwelt und somit auch in bestimmten Lebensmitteln sowie Trinkwasser nachgewiesen. Aufgrund neuer Erkenntnisse zu Risiken für die menschliche Gesundheit und aufgrund verschärfter Regulierungen der Europäischen Union (EU) müssen weitergehende Massnahmen ergriffen werden, um die Aufnahme von PFAS über die Nahrung zu minimieren.
Die seit 2017 geltenden Trinkwasser-Höchstwerte für drei PFAS (siehe Anhang 2 in der vorliegenden Verordnung) sind veraltet und sollen zur Verbesserung des Gesundheitsschutzes und zwecks Harmonisierung mit der EU durch den Höchstwert von 0,1 μg/l für die Summe von zwanzig PFAS (PFAS-20)1 gemäss der EU-Trinkwasser-Richtlinie 2020/2184 vom 16. Dezember 20202 ersetzt werden. Bei einer von den Kantonen 2023 durchgeführten Trinkwasserkampagne wurden in 46 Prozent der Trinkwasserproben PFAS (Trifluoracetat ausgenommen) nachgewiesen, wobei in einem Prozent der Höchstwert für PFAS-20 überschritten wurde3.
Die am 1. April 2025 von der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Ständerates eingereichte Motion 25.3421 «PFAS-Grenzwerte unter Berücksichtigung der Auswirkungen, insbesondere für die Landwirtschaft oder die Wasserversorger, sachgerecht festlegen und Massnahmen zur Unterstützung der Landwirtschaft einleiten» verlangt vom Bundesrat zusätzliche Massnahmen zur PFAS-Problematik. Dabei soll gemäss Buchstabe c der von den Räten angenommenen Schlussversion der Motion die mit der Änderung der vorliegenden Verordnung geplante Übernahme der PFAS-Höchstwerte der EU-Trinkwasser-Richtlinie geprüft werden, um stattdessen eigenständige Regelungen zur Sicherstellung der landwirtschaftlichen Produktion unter Berücksichtigung der Höchstgehalte für die Endprodukte vorzusehen.
Aus diesem Grund wird neben dem oben erwähnten Höchstwert für PFAS-20 zusätzlich ein Höchstwert von 0,02 μg/l für vier im Parameter PFAS-20 enthaltene PFAS (PFAS-4)4 eingeführt. Mit dem Parameter PFAS-4 soll der vermutete Einfluss von kontaminiertem Trinkwasser, das im Kanton St. Gallen als Tränkewasser eingesetzt wurde und offenbar zu hohe PFAS-Gehalte im Fleisch verursacht hat, minimiert
1 Perfluorbutansäure (PFBA), Perfluorpentansäure (PFPeA), Perfluorhexansäure (PFHxA), Perfluorheptansäure (PFHpA), Perfluoroctansäure (PFOA), Perfluornonansäure (PFNA), Perfluordecansäure (PFDA), Perfluorundecansäure (PFUnDA), Perfluordodecansäure (PFDoDA), Perfluortridecansäure (PFTrDA), Perfluorbutansulfonsäure (PFBS), Perfluorpentansulfonsäure (PFPeS), Perfluorhexansulfonsäure (PFHxS), Perfluorheptansulfonsäure (PFHpS), Perfluoroctansulfonsäure (PFOS), Perfluornonansulfonsäure (PFNS), Perfluordecansulfonsäure (PFDS), Perfluorundecansulfonsäure (PFUnDS), Perfluordodecansulfonsäure (PFDoDS), Perfluortridecansulfonsäure (PFTrDS)
2 Richtlinie (EU) 2020/2184 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2020 über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch), ABl. L 435 vom 23.12.2020, S. 1.
3 S. Meier, P. Brodmann, S. Weber, C. Moschet, D. Kull, T. Gelmi, W. Lacour, J. Steinmann: Trinkwasserqualität bezüglich der PFAS-Rückstände. Eine Kampagne des VKCS, Aqua & Gas, Heft 3, S. 22-27, 2024.
4 PFOA, PFNA, PFHxS, PFOS 205.01 BLV-D-31FF3401/189