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Consultation 2005/43: Evolution future de la politique agricole (Politique agricole 2011) · 370 pages

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Allgemeiner Teil

bei fast der Hälfte der Landwirte die durchschnittliche Arbeitszeit über 50 Stunden pro Woche beträgt. Der grösste Unterschied zu allen anderen Berufskategorien besteht bei den Ferien: Die Landwirte gehen im Durchschnitt nur 6 Tage pro Jahr in die Ferien29.

Für die in der Landwirtschaft tätigen Frauen ist die Rolle als Hausfrau und Mutter am wichtigsten. Trotzdem ist ihre Mitarbeit auf dem Hof bedeutend. Bei rund der Hälfte der Frauen hat die zeitliche Beanspruchung auf dem Betrieb in den letzten Jahren zugenommen. Jede vierte Frau hat in diesem Zeitraum zudem neu eine ausserlandwirtschaftliche Arbeit aufgenommen. Die Arbeitsbelastung kann zum Problem werden. Als Kompensation schätzen viele die besonderen Qualitäten ihrer Lebenswelt: Die Mehrheit der Frauen ist mit ihrer Situation zufrieden30.

Der Gesundheitszustand der Bäuerinnen und Bauern unterscheidet sich von demjenigen der übrigen Gesellschaft in gewissen Aspekten. So ist die bäuerliche Bevölkerung weniger ernährungsbewusst und häufiger übergewichtig als die Vergleichsgruppen. Zudem leiden sie stärker unter Rückenschmerzen. Bäuerinnen bzw. Bauern sind hingegen weniger von starken Schlafstörungen betroffen. Bäuerinnen sind weit häufiger abstinent bzw. trinken weniger Alkohol als die übrigen Frauen. Landwirte suchen ausserdem verglichen mit anderen Personen seltener einen Arzt auf31.

1.2.1.3.4 Fazit Soziales

Der Abstand zwischen den Einkommen in der Landwirtschaft und denjenigen der übrigen Bevölkerung ist zwischen 1990/92 und 2001/03 grösser geworden. Der Arbeitsverdienst je Familienarbeitskraft stieg zwar in diesem Zeitraum um 3,7 Prozent, die Löhne der übrigen Bevölkerung erhöhten sich dagegen um 15 Prozent. Teilweise kompensierten die Bauernfamilien diesen Kaufkraftverlust gegenüber der übrigen Bevölkerung mit Einkommen aus ausserlandwirtschaftlicher Tätigkeit. Sie schränkten aber auch den Verbrauch ein. Der Privatverbrauch ging real um 9,2 Prozent zurück.

Die Verschlechterung der Einkommensperspektiven hat allerdings nicht zu einer Zunahme der Betriebsaufgaben geführt; diese fanden grösstenteils beim Generationenwechsel statt. Die Lehrlingszahlen sind in den neunziger Jahren relativ stabil geblieben. Diese Entwicklungen sind einerseits darauf zurückzuführen, dass Bauerfamilien aufgrund bereits getätigter Investitionen (sunk costs) oder mangels ausserlandwirtschaftlicher Arbeitsmöglichkeiten nicht vorzeitig aus der Landwirtschaft aussteigen können. Andererseits zeigen verschiedene Studien, dass die Besonderheiten der landwirtschaftlichen Tätigkeit wie Unabhängigkeit und Selbstbestimmung, Arbeiten in der Natur, Einheit von Arbeit und Familie oder bevorzugte Wohnlage die schwierige wirtschaftliche Situation teilweise aufwiegen. Mit den Bereichen „Freizeit“ und „genügend Zeit haben“ ist die landwirtschaftliche Bevölkerung nach wie vor deutlich weniger zufrieden als die übrige Bevölkerung. Insgesamt haben sich aber die Befindlichkeit der bäuerlichen und jene der übrigen Bevölkerung in den letzten vier Jahren angeglichen.

29 BFS, Schweizerische Arbeitskräfteerhebung 2001 in: Agrarbericht 2002, Bern, 2002

30 Ergebnisse der repräsentativen schriftlichen Befragung von Frauen in Landwirtschaftshaushalten, GfS- Forschungsinstitut, Zürich, März 2002 31 BFS, Schweizerische Gesundheitsbefragung in: Agrarbericht 2003, Bern, 2003