Jahresbericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle 2020
- Quelle
- efk.admin.ch ↗
- Zeitschrift
- Jahresberichte (PUE)
- Sprache
- Deutsch
TEIL 1: DIE WICHTIGSTEN ERGEBNISSE
3.BILDUNG UND FORSCHUNG
Die EFK hat sich mit einem Projekt der Eidgenössischen Technischen Hochschule von Lausanne (EPFL) befasst. Die EPFL modernisiert ihre Heiz-und Kältezentrale und baut am gleichen Ort eine neue IT-Infrastruktur.
A.DAS EHRGEIZIGE PROJEKT DER HEIZ-UND KÄLTEZENTRALE DER EPFL
Die EPFL erneuert auf ihrem Campus in Ecublens (VD) ihre Heiz-und Kältezentrale und errichtet auf dem Dach des Gebäudes ein neues Rechenzentrum (Datacenter). Die Kosten dieses Projekts belaufen sich schätzungsweise auf fast 73 Millionen Franken, verteilt auf zwei Verpflichtungskredite von 59 und 14 Millionen Franken. Gemäss groben Berechnungen der EPFL werden durch diese Modernisierung die Betriebskosten der Heiz-und Kältezentrale um 45 % pro Jahr und ihre CO -Emissionen
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um 24 % gesenkt. Die neue Zentrale wird beinahe 100 % der erforderlichen Wärmeenergie aus dem Genfersee beziehen. Die Kombination aus Heiz-und Kältezentrale sowie Datacenter soll energetische Synergien erlauben.
Die Prüfung der EFK zeigt, dass das Projekt auf Kurs ist25. Der Zeitplan wird eingehalten. Sie weist jedoch auf Verbesserungen hinsichtlich Finanzierung und Organisation des Projekts hin.
Die geschätzten Endkosten der Heiz-und Kältezentrale werden eingehalten und sollten dem Verpflichtungskredit entsprechen. Dies gilt jedoch nicht für das Rechenzentrum. Die Nutzerbedürfnisse wurden nach Vertragsabschluss mit dem ausführenden Totalunternehmen neu bewertet. Diese nachträgliche Anpassung bedeutet, dass die EPFL einen Zusatzkredit von 1 Million Franken beantragen muss.
Eine komplexe Projektorganisation und ein Überraschungsgast Am Standort Ecublens sind zwei Totalunternehmen am Projekt beteiligt: eines für die Heiz-und Kältezentrale und das andere für das Datacenter. In dieser Konstellation kommt eine unkoordinierte strategische Planung zum Ausdruck: eine verpasste Gelegenheit, zwei Projekte miteinander zu kombinieren, um die Gesamtenergiebilanz zu verbessern. Dies hat zur Folge, dass auf der Baustelle zwei Planungs-, Handwerker- und Lieferantenteams tätig sind, was zu Doppelspurigkeiten führt und die Vorteile eines einzigen Totalunternehmens zunichtemacht.
25Der Prüfbericht PA 19436 ist auf der Webseite der EFK abrufbar. JAHRESBERICHT 2020 QUELLE: EPFL JAHRESBERICHT 2020
CONTRÔLE FÉDÉRAL DES FINANCES CONTROLLO FEDERALE DELLE FINANZE SWISS FEDERAL AUDIT OFFICE
Die EFK empfahl der EPFL, die Lücken bei der Festlegung der Zuständigkeiten zu schliessen und die Nutzerbedürfnisse und das Risikomanagement systematisch zu überprüfen. Weitere Anstrengungen sind in Bezug auf die Nachvollziehbarkeit der Unterlagen über die Kosten zu unternehmen. Die EPFL hat die Empfehlungen der EFK akzeptiert.
Ein letzter Umweltaspekt weckte die Neugier der Prüfer der EFK: die Quaggamuschel. Diese Muschel stammt ursprünglich aus dem Schwarzen Meer und hat sich vor Kurzem in Europa angesiedelt. 2016 wurde sie in der Schweiz nachgewiesen und seit zwei Jahren verbreitet sie sich auch im Genfersee. Ihre schnelle Vermehrung droht die Wärmepumpen des Projekts zu verstopfen. Die EPFL muss die Stellen schützen, an denen das Seewasser entnommen wird. Mehrere hunderttausend Franken sind bereits von der Hochschule eingeplant.
— Seite 31 —4.GESUNDHEIT