8.1.2 Veräusserung einer bisher für Banktätigkeiten verwendeten Liegenschaft (ohne und mit Option)
MWST-Branchen-Info 15 · Vorsteuerpauschale für Banken
Geltend · Stand ab 1. Januar 2018
ESTV · MWST-Branchen-Info 15 · Ziff. 8.1.2 · Deutsch
1 | Sachverhalt |
2018: | 27 % | |
2019: | 30 % | |
2020: | 25 % | |
2021: | 31 % | |
2022: | 35 % | |
2023: | 32 % |
Für die Erstellung des Gebäudes und für sonstige Kosten sind folgende Aufwendungen angefallen (alle Beträge in CHF): |
Total- betrag | Steuerun- belasteter Betrag | Betrag inkl. MWST | Steuer- satz in % | ||
Landerwerb (Boden) | 900’000 | 900’000 | 0 | - | |
Roherschliessungskosten | 80’000 | 5’000 | 75’000 | 7,7 | |
Kosten Gebäudeerstellung | 3’000’000 | 150’000 | 2’850’000 | 7,7 | |
Ab dem Jahr 2019 jährlich angefallene werterhaltende Unterhalts- und Betriebskosten (Heizöl, Hauswartung usw.) | 50’000 | 0 | 50’000 | 7,7 | |
Heizölvorrat am 30.6.2023: Einkauf und Geltendmachung der Vorsteuer im Jahre 2022 | 20’000 | 0 | 20’000 | 7,7 |
2 | Steuerliche Massnahmen |
2.1 | Verkauf der Liegenschaft ohne Option |
a. | Bestimmung der zu besteuernden Aufwendungen beziehungsweise Vorsteuer | ||
- | Zeitwert der Vorsteuer auf den Kosten für die Gebäudeerstellung; | ||
- | Vorsteuer auf dem Einkaufspreis des Heizölvorrats. | ||
Kein Eigenverbrauch muss auf den jährlich angefallenen werterhaltenden Unterhalts- und Betriebskosten resp. deren Vorsteuer abgerechnet werden. | |||
b. | Steuerberechnung |
Gebäudeerstellung: | Beträge | ||
Roherschliessungskosten (inkl. 7,7 % MWST) | 75’000 | ||
Kosten Gebäudeerstellung (inkl. 7,7 % MWST | 2’850’000 | ||
Total Anlagekosten (inkl. 7,7 % MWST) | 2’925’000 | ||
davon 7,7 % MWST resp. Vorsteuer (gerundet) | 209’123 | ||
Abschreibung für die Jahre 2018 bis 2022; | - 52’281 | ||
Zeitwert Vorsteuer für Kosten der Gebäudeerstellung | 156’842 | ||
Korrektur des Vorsteuerabzugs per 1.7.2023: Auf der Gebäudeerstellung im Jahr 2018 konnte die Bank gemäss damaliger Vorsteuerpauschale einen Vorsteuerabzug von 27 % vornehmen. Vorsteuerkorrektur Eigenverbrauch: | |||
27 % von 156’842 Franken | 42’347 | ||
Heizölvorrat: | |||
Heizölvorrat am 30.6.2023 (inkl. 7,7 % MWST) | 20’000 | ||
davon 7,7 % MWST bzw. Vorsteuer | 1’430 | ||
Korrektur des Vorsteuerabzugs per 1.7.2023: Auf dem Einkauf von Heizöl im Jahr 2022 konnte die Bank gemäss damaliger Vorsteuerpauschale einen Vorsteuerabzug von 35 % vornehmen. Vorsteuerkorrektur Eigenverbrauch: | |||
35 % von 1’430 Franken | 501 | ||
Die Bank B hat die Korrekturen von 42’347 und 501 Franken in der MWST-Abrechnung des dritten Quartals 2023 unter Ziffer 415 zu deklarieren. | |||
2.2 | Verkauf der Liegenschaft mit Option |
a. | Bestimmung der zu entsteuernden Aufwendungen beziehungsweise Vorsteuer | ||
- | Zeitwert der Vorsteuer auf den Kosten für die Gebäudeerstellung; | ||
- | Vorsteuer auf dem Einkaufspreis des Heizölvorrats. | ||
Keine Einlageentsteuerung ist auf den jährlich angefallenen werterhaltenden Unterhalts- und Betriebskosten resp. deren Vorsteuern möglich. | |||
b. | Steuerberechnung |
Gebäudeerstellung: | Beträge | ||
Roherschliessungskosten (inkl. 7,7 % MWST) | 75’000 | ||
Kosten Gebäudeerstellung (inkl. 7,7 % MWST) | 2’850’000 | ||
Total Anlagekosten (inkl. 7,7 % MWST ) | 2’925’000 | ||
davon 7,7 % MWST bzw. Vorsteuer | 209’123 | ||
Abschreibung für die Jahre 2018 bis 2022; | - 52’281 | ||
Zeitwert Vorsteuer für Kosten der Gebäudeerstellung | 156’842 | ||
Einlageentsteuerung per 1.7.2023: Auf der Gebäudeerstellung im Jahr 2018 konnte die Bank gemäss damaliger Vorsteuerpauschale einen Vorsteuerabzug von 27 % vornehmen. | |||
Zu entsteuern sind demnach 73 % (100 - 27 %), | 114’495 | ||
Heizölvorrat: | |||
Heizölvorrat am 30.6.2023 (inkl. 7,7 % MWST) | 20’000 | ||
davon 7,7 % MWST bzw. Vorsteuer | 1’430 | ||
Einlageentsteuerung per 1.7.2023: Auf dem Einkauf von Heizöl im Jahr 2022 konnte die Bank gemäss damaliger Vorsteuerpauschale einen Vorsteuerabzug von 35 % vornehmen. | |||
Zu entsteuern sind demnach 65 % (100 - 35 %), | 930 | ||
Die Bank B kann die Einlageentsteuerung (CHF 114’495 und 930) im dritten Quartal des Jahres 2023 unter Ziffer 410 der MWST-Abrechnung geltend machen. Der Abrechnung sind „geeignete Aufstellungen“ zur Berechnung der Einlageentsteuerung beizulegen. | |||
[Abbildung: im Original] | Für weitere Einzelheiten zu den Auswirkungen von Nutzungsänderungen bei Liegenschaften (Einlageentsteuerung oder Eigenverbrauch) wird auf die MWST-Branchen-Info Liegenschaftsverwaltung / Vermietung und Verkauf von Immobilien verwiesen. |