Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2007/2: Nationale Strategie „eHealth“ · 56 Seiten

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Patientendossier dienen. Mit dem "Aktionsplan für einen europäischen Raum der elektronischen Gesundheitsdienste“ hat die EU-Kommission 2004 eine eigentliche „eHealth”-Roadmap bis 2010 geschaffen. Damit will sie der Mobilität von Bürgern, Patienten oder Leistungserbringern innerhalb der EU gerecht werden. Ziel ist es, einen europäischen Raum der elektronischen Gesundheitsdienste sowie eine bessere grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung zu schaffen. Dabei steht die Interoperabilität der Aktivitäten und Anwendungen im Vordergrund. Die aktuelle Stossrichtung fokussiert auf die Schaffung einer interoperablen „eHealth”- Infrastruktur und -Architektur, welche folgende Elemente beinhalten soll:

¾ Patient-Practitioner Identifier, Identity Management (eineindeutiges Nummernsystem für Patientinnen und Patienten sowie Leistungserbringer);

¾ Patient Record Summary und Emergency Data Set (Auszug aus dem elektronischen Patientendossier und Notfalldatensatz);

¾ ePrescribing und Medical Drug Management (elektronische Verschreibung, Arzneimitteldokumentation);

¾ Übergang von der Europäischen Krankenversicherungskarte auf die Gesundheits-Karte und Health Professional Card (HPC).

Die EU hat im Mai 2006 das EU Health Portal aufgeschaltet (http:/health.europa.eu). Es bietet den Bürgerinnen und Bürgern – und den Gesundheitsfachleuten – leicht zugängliche Informationen an. Damit wird bezweckt, dass die Bevölkerung Entscheide treffen kann, die im Interesse ihrer Gesundheit sind.

Die Analyse der Länder, welche entweder über eine nationale Strategie Internationale Trends „eHealth” verfügen, und/oder daran sind, “eHealth” auf nationaler Ebene umzusetzen, ergibt folgende Gemeinsamkeiten:

¾ Wichtig ist die Erarbeitung einer nationalen „eHealth”-Architektur, d.h. einer Gesamtsicht darüber, wie die Elemente eines elektronisch unterstützten Gesundheitswesens miteinander funktionieren müssen und der Konsens, was damit erreicht werden soll. Dieser Konsens bedingt eine Koordination, die je nach Anwendung national, regional oder lokal geschehen muss;

¾ Um dieses übergeordnete Ziel der Gesamtsicht zu erreichen, wird auf ein "Re-Engineering" aller Prozesse des Gesundheitswesens verzichtet, sondern pragmatisch vorgegangen: Man definiert wesentliche Bausteine von „eHealth” (unter Berücksichtigung nationaler Besonderheiten und Bedürfnisse), also die Elemente, welche als Eckelemente einer „eHealth”-Infrastruktur dienen werden;

¾ Auf dieser Basis können sich neue Strukturen und Prozesse entwickeln – teils bekannten Bedürfnissen im Gesundheitswesen folgend, teils nach marktwirtschaftlichen Mechanismen ausgerichtet. Zu den wiederholt anzutreffenden „eHealth”-Bausteinen gehören keineswegs vorwiegend technische Elemente, sondern auch Elemente mit normativem und organisatorischem Charakter (z.B. gesetzliche Grundlagen);

¾ Erfolgreiche „eHealth” Aktivitäten werden meistens mit einer umfassenden Gesundheitsreform verbunden oder sind Bestandteil einer übergeordneten Gesundheitsstrategie.