Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2007/2: Nationale Strategie „eHealth“ · 56 Seiten

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Informatiklösungen erheblich erschweren, weil die verselbständigten Insti-

tutionen von sich aus nicht unbedingt ein Interesse an einer Vernetzung

und Zusammenarbeit haben (ausserhalb allfälliger Netzwerk- oder Ver-

bundsstrukturen). Dieser Tendenz muss bei der Umsetzung der nationa-

len Strategie „eHealth” Rechnung getragen werden.

Die Kantone Genf und Tessin sind in der Erarbeitung und Umsetzung Tessin und Genf sind einer eigenen Strategie „eHealth” am weitesten fortgeschritten. Der Kan- strategisch am ton Tessin hat bereits Ende 2004 ein zeitlich und geografisch begrenztes weitesten Pilotprojekt für eine Gesundheitskarte gestartet (www.retesan.ch) und ist

nun daran, eine Strategie für ein vernetztes elektronisches Patientendos-

sier im ganzen Kanton (unter allfälliger Beteiligung weiterer Kantone) zu

entwickeln. Der Kanton Genf hat seinerseits im Jahr 2000 die Stiftung

IRIS gegründet. Diese Stiftung hat einen Projektplan für den Aufbau eines

kantonsweiten Gesundheitsnetzes („projet e-toile“), ausgehend vom elekt-

ronischen Patientendossier des Universitätsspitals, erstellt und erste Tests

durchgeführt. Aufgrund der hohen Investitionskosten und der angespann-

ten Finanzlage des Kantons werden Partner gesucht (Industriepartner und

weitere Kantone), um die Finanzierung auf breitere Schultern zu legen.

Der Ausgang dieser Bemühungen und damit des Projektes ist zurzeit

noch ungewiss.

Der Kanton St.Gallen hat 2005 einen Bericht für eine kantonale Strategie Weitere Kantone „eHealth” verabschiedet. Die Strategie sieht vor, bis 2010 den elektroni- folgen schen Austausch von Patientendaten zwischen allen stationären Einrich-

tungen des Kantons in Form einer zusammenfassenden Basisdokumen-

tation (Electronic Patient Record Summary) zu gewährleisten. In der GDK-

Ost wurde überdies im Herbst 2005 eine Arbeitsgruppe „eHealth” unter St.

Galler Leitung beauftragt, die Möglichkeiten der koordinierten Umsetzung

von „eHealth” Vorhaben in der Ostschweiz konkret aufzuzeigen und anzu-

gehen. Als erstes Projekt wird die Digitalisierung des Kostengutsprache-

verfahrens für ausserkantonale Hospitalisationen nach Artikel 41 Absatz 3

KVG in den Kantonen der GDK-Ost angegangen. Der Kanton Basel-Stadt

hat 2006 eine Projektorganisation aufgebaut, um die grenzüberschreiten-

den Aktivitäten des Universitätsspitals in der Telemedizin auszudehnen

und eine Vernetzung mit anderen Spitälern und Arztpraxen herzustellen.

Der Aufbau von digitalen Klinikinformationssystemen (KIS) und elektroni- Vernetzung erst in schen Patientenakten in den stationären Einrichtungen des schweizeri- wenigen Gebieten schen Gesundheitswesens ist bereits heute relativ weit fortgeschritten. Die

Anschaffungen der KIS werden in einigen Kantonen zentral über das Ge-

sundheitsdepartement oder über kantonale Spitalverbünde geplant. Dies

hat den Vorteil, dass das KIS oder die elektronische Krankengeschichte

unter den kantonal subventionierten Institutionen verbunden werden kön-

nen. Zu erwähnen ist ausserdem der sich stark verbreitende Aufbau von

digitalisierten Archivierungssystemen für Radiologiebilder, sogenannte

PACS oder RIS/PACS. Diese Systeme werden ansatzweise auch instituti-

onenübergreifend vernetzt, beispielsweise in Luzern und Zürich. Einige

Spitäler führen auch Datenaustausch-Projekte mit zuweisenden Ärzten

oder Pflegeheimen durch. Erste Erfahrungen mit telemedizinischen

Dienstleistungen werden vor allem an den Universitätsspitälern gemacht.

Insgesamt lässt sich aber feststellen, dass die institutionenübergreifende

digitale Vernetzung von medizinischen Daten in der Schweiz noch relativ

bescheiden ist. Diese stösst vielfach auf technische (verschiedene Stan-

dards), rechtliche (Datenschutz) und kulturelle Schranken.