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Vernehmlassung 2007/75: Nationales Programm Ernährung und Bewegung 2008-2012 (NPEB 2008-2012) · 69 Seiten
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Ernährungsabhängige Die sechs wichtigsten ernährungsabhängigen Krankheiten weltweit sind Adiposi-Krankheiten tas, Diabetes, Herz-Kreislaufkrankheiten, Krebs, Zahnkrankheiten und Osteopo-
rose (WHO, 2003).
Verbreitung von Die Verbreitung von Übergewicht und Adipositas hat ein epidemisches Ausmass Adipositas angenommen. In den letzten 10 bis 20 Jahren ist eine massive Zunahme der Zahl
übergewichtiger und adipöser Menschen in entwickelten und zunehmend auch in weniger industrialisierten Ländern festzustellen (WHO, 2000). Die Krankheitshäufigkeit (Prävalenz) der Adipositas in Europa hat sich innerhalb von 20 Jahren verdreifacht und hat besonders bei Kindern und Jugendlichen besorgniserregende Ausmasse angenommen. Zudem hat sich der jährliche Anstieg der Adipositas-Verbreitung bei Kindern stetig beschleunigt, so dass die Zuwachsrate heute etwa zehnmal so hoch ist wie in den 1970er Jahren (WHO, 2006a). Auch vor der Schweiz macht diese Entwicklung nicht halt. Die Anzahl betroffener Menschen zeigt bei Erwachsenen wie bei Kindern eine steigende Tendenz (Eichholzer et al., 2005).
Übergewicht und Adipositas als Folge von unausgewogener Ernährung und mangelnder körperlicher Bewegung sind bei Erwachsenen in Europa jährlich für 80% aller Diabetes Typ 2-Fälle, für 35% aller Herzkrankheiten, die durch Durchblutungsstörungen verursacht sind, sowie für 55% der Herzkrankheiten durch Bluthochdruck verantwortlich (WHO, 2002).
Über- und Unterernährung In der Ernährung der Weltbevölkerung ist ein Kontrast ersichtlich: Auf der einen
Seite sind weltweit mehr als eine Milliarde Menschen übergewichtig und andererseits leiden 850 Millionen Menschen an Unterernährung (WHO, 2002; FAO,
2004). Auch bei den Kindern zeigt sich diese Diskrepanz immer deutlicher: Ein Viertel der Schulkinder in Europa ist übergewichtig; gleich viele Kinder sind weltweit unterernährt (IOTF, 2004; UNICEF, 2005). In Europa ist mit über 200 Millionen Menschen mehr als die Hälfte der Erwachsenenbevölkerung übergewichtig oder adipös, wobei die Verbreitung von Übergewicht und Adipositas je nach Region, Nation, Kultur und Sozialstatus unterschiedlich sind (IOTF, 2004). In Anbetracht der Bedeutung von Übergewicht für die Entstehung von zahlreichen Folgekrankheiten und erhöhter Mortalität sind vor allem die weltweit 300 Millionen adipösen Menschen und der ständig steigende Anteil an übergewichtigen und adipösen Kindern von aktuell 10 % eine Herausforderung für die Gesundheitspolitik (IOTF, 2004).
Bewegungsmangel Bewegungsmangel ist auch global ein relevantes Public Health Problem. Gemäss
Schätzungen der WHO (2002) sind 17% der erwachsenen Bevölkerung weltweit völlig inaktiv, 41% sind ungenügend aktiv. In Europa erfüllten 69% der Erwachsenen im Jahr 2002 die Bewegungsempfehlungen nicht (Sjöström et al., 2006). In begrenztem Ausmass gibt es auch Erkenntnisse zum Bewegungsverhalten von Kindern: Ein Vergleich des Verhaltens von 11 bis 15 Jährigen in einigen europäischen Ländern zeigte, dass sich zwei Drittel der Kinder weniger als eine Stunde pro Tag gesundheitsförderlich bewegten (WHO 2004b).
12 NPEB 2008–2012 (27.9.2007)