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Vernehmlassung 2007/75: Nationales Programm Ernährung und Bewegung 2008-2012 (NPEB 2008-2012) · 69 Seiten

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Essstörungen Adipositas und Essstörungen sind als Kontinuum zu betrachten: Rund 30 % der

adipösen Menschen sind von einer behandlungsrelevanten Essstörung betroffen und Adipositas ist häufig das Resultat einer jahrelangen «Essstörungskarriere» (Giusti, 2002). Die Angst, als «dick» zu gelten, ist der Motor für eine problematische Körperwahrnehmung. 70 % der weiblichen Jugendlichen in der Schweiz wollen abnehmen (Narring, 2004). Vergleichbar zu anderen westlichen Industriegesellschaften leiden bis zu 5% der 15- bis 35-Jährigen unter den klassischen Essstörungen Anorexie (Magersucht), Bulimie (Ess-Brechsucht), Binge-Eating Disorder (Heisshunger- bzw. Fressanfälle) oder anderen atypischen Formen respektive Mischformen von gesundheitsschädigendem Essverhalten (de Zwaan, 2001; Devaud, 1998). Die Dunkelziffer ist hoch, da Betroffene naturgemäss erst dann erfasst werden können, wenn sie bei einer Fachstelle Rat oder Hilfe suchen.

1.2.2 Volkswirtschaftliche Kosten

Kosten von Adipositas Die durch Übergewicht und Adipositas sowie deren Beitrag an Folgeerkrankun-

gen verursachten volkswirtschaftlichen Kosten in der Schweiz wurden im Jahr 2001 auf jährlich 2.7 Milliarden CHF (+/- 20%) oder 5% der gesamten Gesundheitskosten berechnet. 98% der Kosten sind dabei auf die begleitenden Folgeerkrankungen wie z.B. Diabetes Typ 2, koronare Herzerkrankungen, Bluthochdruck und Depression zurückzuführen (BAG, 2004a).

Kosten von Inaktivität Gemäss dem Grundlagendokument „Gesundheitswirksame Bewegung“ lasten

auch die Folgen des Bewegungsmangels schwer. Körperliche Inaktivität verursacht in der Schweiz jährlich schätzungsweise 2900 vorzeitige Todesfälle, 2.1 Millionen Erkrankungen und Kosten von 2.4 Milliarden Franken (BASPO, 2001; BASPO et al., 2006).

16 NPEB 2008–2012 (27.9.2007)