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Vernehmlassung 2007/75: Nationales Programm Ernährung und Bewegung 2008-2012 (NPEB 2008-2012) · 69 Seiten
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Bewegungsverhalten Bewegungsmangel ist in der Schweizer Bevölkerung weit verbreitet. 64% der Er-
wachsenenbevölkerung haben weder eine halbe Stunde Bewegung täglich noch trainieren sie ihre Ausdauer in genügendem Masse. 19% sind sogar gänzlich inaktiv. Lediglich 27% der in der Schweiz lebenden Erwachsenen können als trainiert betrachtet werden (BFS, 2003). Der Vergleich von 1992 bis 2002 zeigt jedoch eine positive Entwicklung: Nachdem der Anteil der Inaktiven von 1992 bis 1997 noch zugenommen hatte, zeigte sich im Jahr 2002 eine Stagnation des Trends (BFS, 2006). Für diese Entwicklung scheint die Zunahme der sportlichen Aktivität in der Freizeit verantwortlich zu sein. Problematisch ist hingegen, dass die Bewegung im Alltag auch in der Schweiz weiter zurückgeht. (BASPO et al., 2006). Sowohl beim Ernährungs- wie auch beim Bewegungsverhalten sind die geschlechtsspezifischen Unterschiede von Bedeutung. So achten Frauen (76%) mehr auf ihre Ernährung als Männer (61%) und sind häufiger täglich mindestens 30 Minuten zu Fuss oder mit dem Velo unterwegs (48% versus 36%). Hingegen betätigen sich mehr Männer (68%) als Frauen (59%) in ihrer Freizeit sportlich so, dass sie ins Schwitzen kommen (BFS, 2003).
Bewegungsverhalten von Über das Bewegungsverhalten von Kindern und Jugendlichen gibt es noch keine Kindern und Jugendlichen repräsentativen Daten in der Schweiz. Aussagen über Trends sind daher nicht
möglich. Daten zum Verkehrsverhalten der Schweizer Bevölkerung zeigten jedoch auf, dass auch bei den Kindern und Jugendlichen auf dem Schulweg die Fortbewegung mit eigener Muskelkraft zurückgeht: Von 1994 bis 2000 blieb der Anteil der reinen Fusswege zwar praktisch konstant, der Anteil der Wege, die mit dem Velo zurückgelegt wurden, ging hingegen von 21 Prozent auf 16 Prozent zurück (ARE und BFS, 2001).
Adipositas in der Schweiz Die Anzahl von übergewichtigen Menschen jeden Alters nahm in den letzten Jah-
ren auch in der Schweiz in besorgniserregende Weise zu. Zudem öffnet sich eine „Ernährungsschere“: Während Überkonsum und in der Folge Übergewicht für grosse Bevölkerungsteile charakteristisch sind, gibt es vermehrt auch Bevölkerungsgruppen, die Anzeichen einer qualitativen oder quantitativen Mangelernährung aufweisen. Im Jahre 2002 waren 37% der Erwachsenenbevölkerung übergewichtig oder adipös, 1992/93 waren es noch 30% (BFS, 2003; Keller et al.,
1998). In absoluten Zahlen bedeutet dies, dass im Jahre 2002 2,2 Millionen Personen in der Schweiz im Alter von über 15 Jahren ein überhöhtes Körpergewicht aufwiesen. Männer sind mit einem Anteil von 45% gegenüber Frauen mit 29% häufiger zu schwer.
In beiden Geschlechtern nehmen Übergewicht und Adipositas mit dem Alter ständig zu, weniger stark bei den Männern ab dem 50. Lebensjahr. Am meisten betroffen von überhöhtem Körpergewicht sind vor allem die unteren sozialen Schichten (Eichholzer et al., 2005).
Jedes fünfte Kind zu Auch bei den Kindern (6 – 12 Jahre) sind in der Schweiz bereits 20% übergewichschwer tig und 5% adipös. Im Vergleich zum Stand im Jahr 1980 bedeutet dies zahlen-
mässig eine Verfünffachung, bei der Adipositas hat sich die Zahl der betroffenen Kinder sogar noch stärker erhöht (Zimmermann et al., 2004). Dieser Trend ist besonders alarmierend, da die meisten der übergewichtigen Kinder auch im Erwachsenenalter übergewichtig bleiben.
NPEB 2008–2012 (27.9.2007)