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Vernehmlassung 2007/75: Nationales Programm Ernährung und Bewegung 2008-2012 (NPEB 2008-2012) · 69 Seiten
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Veränderbare Faktoren Individuelle Faktoren: Wissen, Motivation, Gesundheitskompetenz, Einstel-
lungen gegenüber ausgewogener Ernährung und regelmässiger Bewegung; aber auch spezifische Fähigkeiten und Fertigkeiten (z.B. sicher Velo fahren können; Basiskenntnisse im Kochen).
Soziales Umfeld: Das familiäre Umfeld, weitere soziale Beziehungsnetze wie Peer Groups oder das Arbeitsumfeld.
Strukturelle Bedingungen: Preis- und Angebotsgestaltung, Lebensmittelwerbung oder die bestehenden Bewegungsangebote.
Physische Umwelt: Das gebaute Umfeld wie Siedlungsstrukturen und Transportinfrastruktur oder der Zugang zu Sportanlagen, sowie der Zugang zu Naherholungsgebieten beziehungsweise zur natürlichen Umwelt wie Wälder und Gewässer im Bewegungsbereich; die Verfügbarkeit und Erhältlichkeit von Lebensmitteln im Ernährungsbereich.
Nicht veränderbare Daneben gibt es nicht veränderbare Einflussfaktoren des Ernährungs- oder Faktoren Bewegungsverhaltens wie die genetischen Voraussetzungen, das Alter, das
Geschlecht oder der kulturelle Hintergrund. Es kann sinnvoll oder notwendig sein, Massnahmen an nicht direkt veränderbare Gegebenheiten wie z.B.
das Alter, den kulturellen Hintergrund oder sozioökonomische Verhältnisse von Zielgruppen anzupassen.
Verhaltensprävention und Interventionen in der Gesundheitsförderung und Prävention müssen darauf Verhältnisprävention abzielen, die veränderbaren Verhaltens-Faktoren zu beeinflussen. Dabei
sind zwei sich ergänzende Präventionsansätze auseinander zu halten:
Die Verhaltensprävention, welche die Förderung von individuellen Gesundheitskompetenzen und Verhaltensänderungen sowie das Auslösen kollektiver Lernprozesse zum Ziel hat, und
die Verhältnisprävention (auch strukturelle Prävention genannt), die durch die Gestaltung der äusseren Lebens-, Arbeits-, Markt- und Umweltbedingungen günstige Voraussetzungen für eine ausgewogene Ernährung und ausreichende Bewegung schafft.
Eine nachhaltige Gesundheitsförderung und Prävention durch regelmässige Bewegung und ausgewogene Ernährung setzt sowohl auf der Ebene des Individuums (Verhaltensprävention) als auch auf der Ebene der Verhältnisse (Verhältnisprävention) an. Dabei werden Interventionen auf den beiden Ebenen idealerweise aufeinander abgestimmt.
Freiwilliges und gesetz- Auch im Bereich Ernährung und Bewegung stellt sich die Frage, wie weit liches Handeln freiwillige Massnahmen für eine Verbesserung der Situation ausreichen und
ab wann regulatorische Interventionen unumgänglich sind. Bevor gesetzliche Massnahmen ergriffen werden, ist in der Regel das Potential von privaten Akteuren (z. B. Nahrungsmittelindustrie, Detailhandel) sowie Non-Profit- und Freiwilligen-Organisationen für freiwillige Massnahmen auszuschöpfen. In der Förderung der Angebotsvielfalt von Lebensmitteln und der Unterstützung von Freizeitaktivitäten gibt es nach wie vor viele Möglichkeiten für freiwillige Engagements.
24 NPEB 2008–2012 (27.9.2007)