Vorlage

Vernehmlassung 2007/75: Nationales Programm Ernährung und Bewegung 2008-2012 (NPEB 2008-2012) · 69 Seiten

Fedlex · Vorlage · Seite 28Fedlex · Vorlage

Schule und Arbeitsplatz Die Schule hat den Vorteil, dass alle Kinder (und deren Eltern) der Bevölke-

rung auf diesem Wege erreichbar sind.

Die erwerbstätige Bevölkerung ist über den Arbeitsplatz erreichbar.

Gemeinde und Vereine Die Gemeinden können sowohl Verhältnisse (z.B. Raumplanung, Beeinflus-

sung von Ess- und Verpflegungsmöglichkeiten in Schulen) als auch die Individuen (z.B. über Elternvereine, Mütter- und Väterberatung) beeinflussen. Zudem besteht auf Gemeindeebene eine optimale Vernetzungsmöglichkeit der relevanten Akteure. Im Bewegungsbereich kommt in der Gemeinde den Vereinen eine bedeutende Rolle zu.

Medizinische Settings Oft ist es schwierig, an Personen zu gelangen, die sich zu wenig bewegen

oder nicht ausgewogen ernähren. Ein möglicher Zugang ist das medizinische Setting, wo die ärztliche Beratung einen hohen Stellenwert hat.

2.5.5 Gesundheitskompetenz

Umfassendes Gesundheitskompetenz ist als umfassendes Konzept zu verstehen, das Verständnis dem Individuum erlaubt, sich mit Hilfe seines sozialen Umfelds gesund-

heitsbewusst zu verhalten, und das die gesellschaftliche und politische Umwelt dahingehend beeinflusst, dass gesundheitsbewusstes Verhalten möglich ist (Abel und Bruhin, 2003 und Kickbusch et al., 2005).

Langfristige Zielsetzung Das Konzept der Gesundheitskompetenz hat im Zusammenhang mit der

Thematik der Ernährung und Bewegung besondere Bedeutung und muss im Kontext der sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und räumlichen Veränderungen betrachtet werden.

Die langfristige Zielsetzung ist, eine durch gesunde Ernährung und Bewegung geprägte Lebensweise zur Norm zu machen. Dabei sollten gesundheitspolitische Ziele und wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Ziele aufeinander abgestimmt werden. Zudem sind gesundheitsförderliche Entscheidungen durch das Individuum zu erleichtern (WHO 2006b).

2.6 Nationale Koordination

Sektorübergreifende Zu- Die multisektorale Zusammenarbeit (d.h. die Abstimmung zwischen den sammenarbeit verschiedenen Politikbereichen) und eine nationale Koordination der Akteu-

re sind Grundlagen bei der Prävention von nicht-übertragbaren Krankheiten. Die WHO (2004a) sieht in der nationalen und internationalen Koordination und Abstimmung der Massnahmen das grösste Potential zu Verbesserungen im Bereich von Ernährung und Bewegung. Die vielfältigen Herangehensweisen bedingen eine Zusammenarbeit zwischen Partnern aus verschiedensten Bereichen (Fachpersonen aus Gesundheitswesen, Raumplanung, Sport, Ernährung, Wirtschaft, Erziehung, Sozialarbeit, Politik und Forschung etc.) mit jeweils spezifischen Perspektiven, Zielen und Interessen. Nur ein gemeinsames Vorgehen ermöglicht den notwendigen Wissenstransfer und die Nutzung der vorhandenen Ressourcen.

26 NPEB 2008–2012 (27.9.2007)