Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2007/76: Nationales Programm Alkohol 2008 - 2012 (NPA) · 62 Seiten
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Handlungsfeld 3: Individuelle und gesellschaftliche Schadensminderung
Zu Handlungsfeld 3 äussern sich 12 Stellungnahmen.
Eine Mehrheit der Stellungnahmen unterstützt das Handlungsfeld 3 (7 von 12). Von den
Parteien findet die CVP das Programm „via sicura“ sehr gut. Ausserdem könnte das BAG darauf aufmerksam machen, dass der Gebrauch von öffentlichen Verkehrsmitteln auch eine Möglichkeit zur gesellschaftlichen Schadensminderung sein kann. Mehr Bewegung durch Fussmärsche oder Fahrradfahren seien ausserdem gesundheitsfördernd. Die EDU unterstützt die konsequente Durchsetzung und Anwendung der geltenden Bestimmungen, fordert aber verstärkte Kontrolle und Ahndung von Drogen, Cannabis mittels Schnelltests. Es sollen die bestehenden Möglichkeiten der Prävention bei Fahrschülern/Junglenkern via bestehende Institutionen genutzet werden. Kultur-, Jugend- und Sportverbände sind bezüglich Veranstaltungen verbindlich mit einzubeziehen. Im Bereich der verstärkten Unterstützung von Familien und Angehörigen von Alkoholkranken sollen bestehende Kanäle staatlicher, privater und kirchlicher/christlicher Organisationen zum Einsatz kommen und keine neuen Parallelstrukturen aufgebaut werden. Aus der Branche unterstützen der Schweizerische Bauernverband und der Schweizerische Obstverband das Handlungsfeld unter Vorbehalt der definitiven Ausformulierung. Aus dem Bereich Sucht und Gesundheit möchte der Verein „Sag NEIN zu Drogen, sag JA zum Leben“, dass Massnahmen auch auf kleinere Sportanlässe ausgedehnt werden, dass die erfolgreiche Einhaltung freiwilliger Vereinbarungen honoriert wird, und dass keine Alkohol produzierenden Firmen als Grosssponsoren zugelassen werden. Von den Jugendorganisationen begrüsst die pro juventute die Stossrichtungen, findet die Massnahmen aber etwas zufällig.
Eine Minderheit der Stellungnahmen formuliert Vorbehalte (3 von 12). Der Schweizerische
Städteverband kritisiert, dass die Handlungsfelder 3 und 4 schwer auseinander zu halten sind, die Systematik künstlich wirkt und dadurch die Lesbarkeit des Programms erschwert werde. Für die Erdöl-Vereinigung und den Schweizerischen Brauerei-Verband aus der Branche ist es unklar, welche konkreten neuen Massnahmen mit den strategischen Stossrichtungen verbunden sind. Eine nochmalige Senkung des Blutalkoholwertes für Fahrzeuglenker beispielsweise würde die Erdöl-Vereinigung für unangemessen halten. Eine Pflicht für die Veranstalter von Massenveranstaltungen zur vorsorglichen Minderung negativer Begleiterscheinungen von Publikumsanlässen würde der Schweizerische Brauerei-Verband ablehnen.
Eine Minderheit der Stellungnahmen lehnt das Handlungsfeld 3 ab (2 von 12).
GastroSuisse und hotelleriesuisse aus der Branche lehnen die strategischen Stossrichtungen ab, weil sie völlig unklar formuliert seien. So gehe beispielsweise nicht daraus hervor, ob den Veranstaltern von Massenveranstaltungen eine Pflicht zur vorsorglichen Minderung negativer Begleiterscheinungen von Publikumsanlässen auferlegt werden soll.