Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2008/102: Entwurf zur Änderung des Asylgesetzes und des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer · 58 Seiten

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SAC: Obwohl die Missbrauchsbekämpfung im Sinne der afrikanischen Gemeinschaft in der Schweiz ist, können Missbräuche mit spezifischen Durchgangszentren für Asylsuchende aus Afrika-Subsahara besser bekämpft werden.

VSPB: Die Änderungen insbesondere in Bezug auf die Tagessätze im Strafgesetz sind als Misserfolg zu werten.

Keine Bemerkungen

BVGer, FfdF, FMH, Friedensbrugg, GVA, KID, Quakers, SIAA, SKG, Unique

Art. 116 Bst. c, d (neu): Übertretungen

Mit Busse wird bestraft, sofern nicht ein Tatbestand nach Artikel 115 vorliegt, wer:

c. als asylsuchende Person einzig mit der Absicht, subjektive Nachfluchtgründe im Sinne von Artikel 54 zu schaffen, öffentliche politische Tätigkeiten in der Schweiz entfaltet.

d. zu einer Straftat im Sinne von Buchstabe c Hilfe geleistet hat, insbesondere durch Planung und Organisation.

Zustimmung

Kantone: AI, AR, BL, BS, FR, GE, GL (nur Artikel 116 Buchstabe d AsylG), GR, JU, LU,

NW, SG, SO, SZ, TG, TI (eher zustimmend), UR, VD, VS

Parteien: CVP, FDP, SVP

Interessierte Kreise: AVZ, chgemeinden, CP, EKM, FER, FSA, IGFM, KKJPD, SGV, SSV, SVZ, UNHCR

BS: Unterstützt das Bestreben des Bundes, missbräuchliche Machenschaften Asylsuchender zu unterbinden. BS schlägt jedoch vor, im Rahmen der Verhältnismässigkeit zu prüfen, ob die Strafnorm nur auf Personen beschränkt werden sollte, welche durch Planung und Organisation eine missbräuchliche politische Tätigkeit unterstützen (vgl. Art. 115 Bst. d AsylG).

GR: Übertretungstatbestand ist nicht abschreckend. „Die Absicht, einzig subjektive Nachfluchtgründe zu schaffen“, wird schwer nachzuweisen sein (sinngemäss auch BL, BS, SZ,

TI, SVP, chgemeinden, EKM).

CVP, FDP, SVP: Vgl. auch Bemerkungen zu Artikel 115 AsylG.

chgemeinden: Es ist unethisch, wenn eine Person, die keine asylrelevanten Gründe vorbringen kann, diese selbst provoziert und dadurch Flüchtling wird (sinngemäss auch CVP, EKM).

Ablehnung

Kantone: AG, BE, GL (nur Art. 116 Bst. c AsylG), NE, SH, OW, ZG, ZH

Parteien: CSP, EVP, GPS, SP

Interessierte Kreise: AInt, aids.ch, asylbrücke, Binational, Caritas, DJS, EFS, FIZ, HEKS, migratio, SAC, SAH, sans-papiers, sek, SFH, SGB, SKF, SRK, Stimme der MigrantInnen,

SVF, Tdf, Tdh, TS, VSPB

GL: Die abschreckende Wirkung dieses Straftatbestandes dürfte gering sein. Da die betroffene Person vorläufig aufgenommen wird, wird sie die Strafe in Kauf nehmen. Es wird sich kaum nachweisen lassen, dass die Person „einzig mit der Absicht, subjektive Nachfluchtgründe zu schaffen“ politisch tätig war (so auch AG, SH, ZH; sinngemäss BE, OW, ZG, EVP,

SP, AInt, Caritas, DJS, migratio, SAH, sans-papiers, sek, SFH, SGB, TS, VSPB). Will

man wirklich eine Sanktion vorsehen, müsste zumindest ein Vergehenstatbestand vorgeschlagen werden.

GPS, DJS, sans-papiers, SAH, SGB: Aus demokratisch-praktischer Sicht besonders schwerwiegend ist die Kriminalisierung von idealistisch oder ethisch motivierten Hilfestellungen zugunsten politisch aktiver Asylsuchender. Praktisch jede Hilfestellung für eine politische Manifestation (unterstützende Medienauftritte, öffentliche Solidaritätserklärungen) wird zur potenziellen Straftat. Von der neuen Regelung betroffen wären nicht nur die Asylsuchenden

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