Vorlage und Bericht

Vernehmlassung 2008/32: Revision des CO2-Gesetzes · 113 Seiten

Fedlex · Vorlage · Seite 39Fedlex · Vorlage

Weiterführung Aktionsprogramm EnergieSchweiz

Das Programm EnergieSchweiz, das noch bis 2010 läuft, soll weitergeführt und auf zentrale Aufgaben fokussiert werden. Den veränderten politischen Rahmenbedingungen und den Erfahrungen aus den bisherigen Programmen Energie2000 und EnergieSchweiz soll bei der Neuausrichtung Rechnung getragen werden. Auf den bisherigen Aktivitäten aufbauend soll EnergieSchweiz den Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft durch eine verbesserte Energieeffizienz und einen vermehrten Einsatz erneuerbarer Energien ebnen.

3.1.1.5 Vermeidungspotential und Vermeidungskosten in der Schweiz

In Tabelle 4 werden die Vermeidungskosten für den Gebäude-, Industrie- und Verkehrssektor in der Schweiz dargestellt. Sanierungen bzw. Teilsanierungen von Wohngebäuden sind grösstenteils wirtschaftlich (auch ohne Berücksichtigung des Nutzens aus erhöhtem Wohnkomfort). Trotzdem werden sie in der Praxis viel zu selten durchgeführt. Hinderungsgründe sind unter anderem die lange Amortisationsdauer und die hohen Investitionskosten. Mitverantwortlich sind auch das Investor-Nutzer-Dilemma90, die Eigentümerstruktur91 und die aktuellen Rahmenbedingungen (Ausgestaltung von Steuervergünstigungen).92

Auch im Verkehrssektor existieren mittelfristig hohe Reduktionspotentiale. Deren Ausschöpfung bedingt jedoch, dass die technischen Massnahmen konsequent ausgenützt werden und sich die Autofahrer vor allem durch ihren Kaufentscheid am Klimaschutz beteiligen. Durch eine teilweise Verlagerung des motorisierten Verkehrs auf den Langsamverkehr (Fuss- und Veloverkehr usw.) können weitere 0,1 bis 0,35 Mio. Tonnen CO2 eingespart werden.93

Die wirtschaftlichen Reduktionspotentiale dürften sich aufgrund der steigenden Energiepreise, der Erhöhung der CO2-Abgabe sowie der fortschreitenden technologischen Entwicklung in Zukunft erhöhen.

90 Der Nutzen energiesparender Massnahmen kommt primär dem Mieter in Form geringerer Heizkosten und nicht dem investierenden Vermieter zugute. Der Vermieter kann in der Regel nur indirekt durch zusätzliche Mieteinnahmen in Form einer Modernisierungsumlage von seinen Investitionen profitieren.

91 64% der Wohneinheiten sind vermietet. 89% der Gebäude mit 73% der Wohnungen sind in Privatbesitz und werden nur zu einem kleinen Teil professionell bewirtschaftet.

92 Econcept (2007): Wie wirtschaftlich sind energetische Gebäudeerneuerungen? Im Auftrag des Bundesamt für Energie BFE.

93 Infras (2005): CO2-Potential des Langsamverkehrs: Verlagerung von kurzen MIV-Fahrten. Im Auftrag des Bundesamt für Strassen ASTRA.