Vorlage und Bericht
Vernehmlassung 2008/32: Revision des CO2-Gesetzes · 113 Seiten
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• Ereignisse sind zu dokumentieren. Aus den Ereignisanalysen sind die notwendigen Lehren zu ziehen.
Mit dem extremen Sommer 2003 sind auch Gefährdungen durch Extremereignisse wie Hitzewellen und Dürreperioden ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Kurzfristige Massnahmen zur Ereignisbewältigung und Schadenminimierung wurden ergriffen. Die Entwicklung von Strategien für den Umgang mit dem häufigeren Auftreten solcher Situationen in der Zukunft blieb bisher allerdings auf einzelne Kantone beschränkt oder ist ganz ausgeblieben. Dies obwohl sich die Schäden des Sommers 2003 in einer Grössenordnung bewegt haben dürften, die mit einem Hochwasserereignis vergleichbar ist. Handlungsbedarf besteht insbesondere im Bereich der Vorsorge und Frühwarnung bei Hitzeperioden sowie bei der Bewirtschaftung knapper Wasserressourcen (Umgang mit Verteilungs- und Nutzungskonflikten).
3.2.5.2 Anpassung an die schleichenden Auswirkungen der Klimaänderung
Die schleichenden, sich graduell über längere Zeiträume verstärkenden Auswirkungen der Klimaänderung stehen in der öffentlichen Wahrnehmung im Vergleich zu den räumlich und zeitlich klar abgrenzbaren Extremereignissen im Hintergrund. Beispiele sind Auswirkungen auf:
• Die Art und jahreszeitliche Verteilung der Niederschläge, das Abflussregime der Gewässer, die Folgen für Wasserverfügbarkeit, -nutzung, -qualität sowie Energieerzeugung;
• Die Nullgradgrenze, welche entscheidend ist für die Permafrostgebiete (Veränderungen sind sichtbar an der erhöhten Steinschlagaktivität und am Rückgang der Gletscher) ;
• Die unbelebte und belebte Natur und damit verbundene Bereiche wie die Lebens- und Erholungsräume im Gebirge, die Landschaft sowie die natürlichen Ökosysteme;
• Die vielfältigen Waldfunktionen (z.B. die Filterfunktion und deren Bedeutung für die Qualität des Trinkwassers) sowie die Holznutzung;
• Die Produktionsbedingungen in der Landwirtschaft;
• Das Auftreten neuer Krankheitserreger und Gesundheitsrisiken für Mensch und Tier;
• Die Lebensbedingungen in dicht bebauten Räumen (Stadtklima, Luftqualität).
Zwar sind sich breite Kreise der Bedeutung der Klimaerwärmung, zum Beispiel für den Wintertourismus, bewusst. Auch das Auftreten von problematischen, in der Schweiz bisher unbekannten Pflanzen- und Tierarten ist immer wieder Gegenstand der Medienberichterstattung. Eine gezielte Analyse der Verletzlichkeit von Gesellschaft und Wirtschaft gegenüber solchen langsamen, aber unwiderruflichen Entwicklungen als Folge der Klimaänderung steht aber noch aus. Insbesondere fehlt es in zahlreichen Bereichen an den notwendigen Grundlagen, um die Auswirkungen und ihre zukünftige Entwicklung hinreichend genau abschätzen, neue Risiken überwachen und geeignete Anpassungsmassnahmen evaluieren zu können. Bei noch wenig untersuchten Bereichen ist zudem oft unklar, wer im konkreten Einzelfall für vertiefte Abklärungen, die Information betroffener Kreise oder die Finanzierung bzw. Umsetzung von Vorsorge- und Anpassungsmassnahmen zuständig ist. Solche Fragen sind im Rahmen einer nationalen Anpassungsstrategie vorrangig zu klären.